Kämpfe im Osten

Ukraine-Krieg: Selenskyj erwartet „gute Nachrichten“ – Atombehörde warnt nach Angriff

Im Ukraine-Krieg toben weiterhin heftige Kämpfe zwischen den Streitkräften. Der Verlust Bachmuts im Osten hätte schwere Folgen für die Ukraine: der News-Ticker.

+++ 22.45 Uhr: Während im Donbass im Osten der Ukraine weiterhin schwere Kämpfe toben, hat der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, in seiner täglichen Videoansprache am Sonntag (7. August) „gute Nachrichten“ in Aussicht gestellt. So würden in der kommenden Woche „Neuigkeiten von Partnern bezüglich der Hilfspakete“ erwartet. Gemeint sind damit neue Waffenlieferungen aus dem Westen, die für die Ukraine ein „Schlüssel“ in der erfolgreichen Verteidigung gegen Russland seien.

Darüber hinaus erneuerte er seine Vorwürfe an Russland, das Atomkraftwerk Saporischschja beschossen zu haben. Darauf forderte er eine „prinzipielle Antwort der Weltgemeinschaft“. Das Kraftwerk war am Sonntag erneut unter Feuer geraten. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld für den Beschuss. Die Internationale Atombehörde fordert von beiden Seiten, internationalen Atomexperten den ungehinderten Zugang zu der Anlage zu ermöglichen.

In seiner täglichen Videoansprache kündigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mögliche neue Waffenlieferungen aus dem Westen und damit „gute Nachrichten“ an. (Archivfoto)

Ukraine-Krieg: Russland verlegt Ausrüstung nach Belarus und berichtet von zerstörten Munitionslagern

+++ 17.35 Uhr: Bei gezielten Angriffen auf Waffenlager im Süden und Osten der Ukraine sollen russische Soldaten tonnenweise Nato-Militärhilfen zerstört haben. Das berichtet das russische Verteidigungsministerium unter Berufung auf Armee-Angaben. So sei in der Region Mykolajiw westlich von Cherson ein Lager mit insgesamt 45.000 Tonnen Munition zerstört worden, daneben wären fünf weitere Waffenlager, eines davon in Donezk, getroffen worden. Unabhängig verifizieren ließen sich die Angaben nicht.

+++ 16.12 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs verlegt Russland weiterhin erhebliche Mengen an Kriegstechnik nach Belarus. Auch zusätzliche Militärkräfte würden in das Land gebracht, das mit jedem der beiden Kriegsstaaten rund 1000 Kilometer Grenze teilt. Besonders auffällig sei die Entwicklung im Grenzbereich zum westukrainischen Gebiet Wolhynien. Hier würde auf belarussischem Gebiet neben zusätzlichen Kräften auch Ausrüstung zur Luftverteidigung stationiert.

Obwohl die frühere Sowjetrepublik Belarus unter dem autoritären Machthaber Alexander Lukaschenko nicht offizielle Kriegspartei ist, wurden bereits wenige Tage nach Kriegsbeginn erste Raketenabschüsse von belarussischem Gebiet bestätigt. Ins Ausland geflohene belarussische Oppositionelle beschuldigen Lukaschenko, einen engen Partner von Kremlchef Wladimir Putin, sowie dessen Machtapparat in Belarus der Kollaboration.

Immer wieder werden Ziele in der Ukraine von russischen Raketen angegriffen und zerstört. Einige der Raketen kommen auch vom Staatsgebiet des gemeinsamen Nachbarlands Belarus. (Symbolfoto)

Ukraine-Krieg: Atombehörde warnt vor „nuklearer Katastrophe“ – Selenskyj bittet um Hilfe

+++ 14.32 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach den neusten Berichten über den Beschuss des Kernkraftwerks Saporischschja eine stärkere internationale Reaktion auf Russlands „Nuklearterror“ gefordert. Während eines Telefongesprächs mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, Charles Michel, bittet Selenskyj um Hilfe in Form von Sanktionen gegen die russische Atomindustrie. Dies schrieb der ukrainische Staatschef auf Twitter.

Ukraine-Krieg: Russland beschießt erneut Atomkraftwerk – „Nukleare Katastrophe“ bahnt sich an

+++ 13.34 Uhr: Wie das ukrainische Energieunternehmen Energoatom auf Telegram mitteilt, soll das russische Militär gestern Nacht erneut das Atomkraftwerk Saporischschja beschossen haben. Bei einem Raketenangriff auf die Stadt Enerhodar sei auch das Geländer AKWs getroffen worden. Ein Angestellter wurde durch Granatsplitter verletzt und befindet sich jetzt im Krankenhaus. Durch die Explosionen gingen die Fenster der Anlage auf einer Fläche von 800 Quadratmetern zu Bruch.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Bereits am ersten Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine werden die Gräuel des Krieges deutlich. Bomben gehen auf die Stadt Tschuhujiw nieder. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht schwer verletzt und notdürftig behandelt vor dem Krankenhaus der Stadt. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp

Seit März ist Saporischschja durch russische Truppen besetzt. Energoatom berichtet, dass sich etwa 500 Russen und Rosatom-Mitarbeiter vor dem Angriff in Bunkern versteckt hatten. „Ihr Ziel waren eindeutig die Behälter mit abgebrannten Brennelementen, die in der Nähe der getroffenen Anlagen unter freiem Himmel gelagert werden“, schreibt das Energieunternehmen auf Telegram.

Der Raketentreffer habe drei Strahlungsüberwachungssensoren zerstört. Eine mögliche Verschlechterung der Strahlungssituation sei nun nicht mehr rechtzeitig erkennbar. Energoatom bittet deshalb darum, eine entmilitarisierte Zone um das Atomkraftwerk einzurichten. „Wir müssen dringend den Aktionen der russischen Atomterroristen ein Ende setzen, um die Ukraine und die Welt vor einer nuklearen Katastrophe zu schützen“, schreibt das Unternehmen.

Ukraine-Krieg: Russland Kriegstechnik nach Belarus

+++ 12.30 Uhr: Angaben des ukrainischen Generalstabs zufolge verlegt Russland weiter Kriegstechnik ins benachbarte Belarus. Unter anderem im Grenzbereich zum westukrainischen Gebiet Wolhynien würden auf belarussischem Gebiet zusätzliche Kräfte und Ausrüstung zur Luftverteidigung stationiert, teilte der Generalstab in Kiew am Sonntag mit. Unabhängig überprüfen ließ sich das zunächst nicht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seinem Büro in Kiew.

Die frühere Sowjetrepublik Belarus ist zwar nie offiziell mit in Russlands Krieg eingestiegen.

Ukraine-News: Russland startet „Zwangsmobilisierung“ der Zivilbevölkerung

+++ 10.01 Uhr: Russland beginnt mit der militärischen Mobilisierung der Zivilbevölkerung in den Gebieten des Donbass. Darüber berichtet das ukrainische Verteidigungsministerium auf Telegram. Demnach sollen beispielsweise auf einem Markt in Luhansk in weniger als 40 Minuten zwei Busse mit Männern gefüllt und abtransportiert worden sein. Ähnliches sei in der Großstadt Alchevsk geschehen. Das Verteidigungsministerium der Ukraine spricht von einer „Zwangsmobilisierung“, die vermehrt auf Wehrunfähige abziele, und diejenigen, die zuvor eine „Zurückstellung“ erhalten hatten.

Die Zwangsrekrutierung erfolge durch russische Patrouillen, welche Männer von den Straßen oder aus Geschäften hole und zum Militärkommissariat führe, um sich dort für den Wehrdienst zu melden. Über die Behandlung und Ausstattung der zwangsmobilisierten Soldaten schreibt das Verteidigungsministerium folgendes: „[Sie sind unzufrieden] mit der schrecklichen Behandlung, die die [Donbass-]Einheimischen von ihren Kommandeuren in der Besatzungsarmee erfahren. Die Einheimischen werden mit Munition aus dem Zweiten Weltkrieg ausgestattet, während die Russen mit modernen Panzerwesten und Helmen ausgerüstet sind.“

Ukraine-Krieg: Russland erhöht Druck im Osten – Dutzende Frontstädte unter Beschuss

+++ 08.47 Uhr: Der Druck in der Ostukraine steigt. Dem ukrainischen Militär zufolge beschießen russische Streitkräfte Dutzende Städte an der Frontlinie im Osten des Landes. Nach Angaben des Institute of War versuchen die Truppen in sechs verschiedene Gebieten der Region Donezk anzugreifen. Bisher habe die Ukraine die Vorstöße abwehren können. Ziel der Angriffe seien wohl die Städte Slowjansk, Bachmut und Awdijiwka.

Der ukrainische Mehrfachraketenwerfer (MSLR) „Verba“ feuert auf russische Stellungen an der Frontlinie. (Archivfoto)

Insbesondere Bachmut ist im Visier der russischen Armee. Seit Tagen toben dort heftige Kämpfe. Die Kleinstadt gilt als Eckpfeiler des Verteidigungssystems rund um den Ballungsraum im Donbass. Der Verlust Bachmuts und weiterer kleinerer Orte würden den Weg für Russlands Truppen in Richtung der Großstädte Slowjansk und Kramatorsk weitestgehend öffnen.

Ukraine-Krieg: Russische Armee soll Minen und Sprengstoff in Atomkraftwerk lagern

+++ 07.15 Uhr: Das Institute for Study of War berichtet über eine russische Oppositionszeitung, die behauptet, die russische Armee lagere Minen und Sprengstoff im Kernkraftwerk Saporischschja.

Der US-Think-Tank zitiert in seinem Bericht die Oppositionszeitung The Insider, wonach die russischen Streitkräfte das Kernkraftwerk Saporischschja bereits vermint und Grad-Raketenbatterien in der Nähe des Dorfes Vodyane, etwa 4 km von den Reaktoren des Kraftwerks entfernt, aufgestellt haben könnten.

Die Experten waren zuvor zu der Einschätzung gelangt, dass die russischen Streitkräfte das Kraftwerk wahrscheinlich nutzen, um mit der Angst des Westens vor einer nuklearen Katastrophe in der Ukraine zu spielen und so die Entschlossenheit des Westens zu schwächen, eine ukrainische Gegenoffensive militärisch zu unterstützen.

Ukraine-Krieg: Selenskyj lobt „starke Ergebnisse“ seiner Armee - mithilfe westlicher Waffen

Update vom Sonntag, 07. August, 06.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Streitkräfte für erfolgreiche Gegenangriffe gelobt - und dabei die Rolle westlicher Waffen hervorgehoben. In der vergangenen Woche habe die ukrainische Armee „starke Ergebnisse“ bei der Zerstörung russischer Kriegslogistik erzielt, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache in der Nacht zum Sonntag. „Jeder Angriff auf die Munitionsdepots des Feindes, auf seine Kommandoposten und auf Ansammlungen russischer Technik rettet unser aller Leben, das Leben der ukrainischen Soldaten und Zivilisten.“

Selenskyj dankte westlichen Partnern für bisherige Waffenlieferungen. Er verwies insbesondere auf die USA, die vor einigen Tagen weitere Rüstungslieferungen an die Ukraine in einem Umfang von 550 Millionen Dollar angekündigt hatten. Darin sollen unter anderem Munition für das Mehrfachraketenwerfersystem Himars und 75 000 Artilleriegranaten enthalten sein. Zugleich bat Selenskyj um weitere Militärhilfe.

Ukraine-News: Heftige Kämpfe in Donezk – Ukraine meldet Verteidigungserfolge

+++ 22.25 Uhr: Während die ukrainische Armee im Osten der Ukraine vielerorts unter Druck gerät, ist es den Streitkräften im Osten des Gebiets Donezk am Samstag (6. August) vorerst gelungen, alle russischen Angriffe abzuwehren. So seien nach Angaben des ukrainischen Generalstabs Offensiven Russlands auf die Städte Slowjansk, Bachmut und Awdijiwka zurückgeschlagen worden.

Vor allem in der Stadt Bachmut wird von beiden Kriegsparteien über heftige Kämpfe berichtet, die sich zum Teil bereits mitten in der Stadt abspielen sollen. Die Kleinstadt gilt als ein Eckpfeiler des Verteidigungssystems rund um den letzten von Ukrainern gehaltenen Ballungsraum im Donbass. Sollten Bachmut und andere Kleinstädte fallen, wäre der Weg für die russischen Truppen weitgehend frei in Richtung Slowjansk und Kramatorsk. Seit der Eroberung des Nachbargebiets Luhansk konzentrieren die Russen ihre Angriffe in der Ostukraine auf Donezk, wo sie bislang rund 60 Prozent des Territoriums erobert haben.

Ukraine-News: Weiterer Angriff auf Atomkraftwerk – Selenskyj sieht „nukleare Bedrohung“

Update vom Samstag, 06. August, 07.00 Uhr: „Wer nukleare Bedrohungen für andere Völker schafft, ist definitiv nicht in der Lage, Nukleartechnologie sicher einzusetzen“, sagte der ukrainische Präsident Selenskyj in der Nacht zum Samstag. Konkret verlangte er etwa Strafmaßnahmen gegen den russischen Staatskonzern Rosatom. Er macht Russland für den Beschuss des Atomkraftwerks in Saporischschja verantwortlich.

Derweil sollen russische Streitkräfte einen landwirtschaftlichen Betrieb und einen Getreidesilo in der Oblast Saporischschja beschossen haben. Der russische Beschuss im Nowomykolaiwski-Bezirk der Region zerstörte Getreidesilos mit etwa 3000 Tonnen Getreide, berichtet Ukrinform unter Berufung auf den Direktor des Silos. Der russische Beschuss traf Berichten zufolge auch die landwirtschaftliche Infrastruktur und zerstörte ein Lagerhaus mit über 365 Tonnen Sonnenblumen.

Ukraine-Krieg: Weiterer Angriff auf Atomkraftwerk – Russland macht Ukraine verantwortlich

+++ 22.29 Uhr: Nach den drei Artillerieeinschlägen auf dem Gelände des Atomkraftwerks in Saporischschja, hat sich nun Russland zu Wort gemeldet. Wie schon nach dem ersten Angriff machte Russland die Ukraine für den Artillerieschlag verantwortlich, wie AFP berichtet. „Bewaffnete ukrainische Gruppen führten drei Artillerieschläge auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja (...) und in der Stadt Enerhodar durch“, heißt es in der Erklärung der russischen Armee. Zuvor hatte die Ukraine, Beschuss von Russland gemeldet.

Die Truppen von Wladimir Putin forderten die „internationale Organisationen auf, die kriminellen Handlungen des Regimes von Wolodymyr Selenskyj zu verurteilen, welches nukleare Terrorakte begeht“. Seit Anfang März steht das Kraftwerk unter russischer Besatzung. Moskau wurde zuletzt aus den Reihen der USA dafür kritisiert. Außenminister Antony Blinken sagte, Russland wisse sehr wohl „dass die Ukraine nicht zurückschießen könne und wolle, weil sie versehentlich einen Atomreaktor oder dort gelagerten hoch radioaktiven Abfall treffen könnte“.

News zum Ukraine-Krieg: Sorge um Atomkraftwerk wächst weiter

Erstmeldung vom Freitag, 5. August: Saporischschja – Nach Einschätzung britischer Geheimdienste gefährden Aktionen der russischen Streitkräfte mit hoher Wahrscheinlichkeit die Sicherheit des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja. Moskaus Absichten im Hinblick auf das größte Atomkraftwerk in Europa seien fünf Monate nach Beginn des Ukraine-Krieges „noch immer unklar“, hieß es am Freitag (5. August) in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums.

Russland setze wohl Artillerieeinheiten in den an das Kraftwerk angrenzenden Gebieten ein, um ukrainische Regionen westlich des Dnipro-Flusses anzugreifen. Womöglich nutzten sie dabei den Hochsicherheitsstatus des Kraftwerkgeländes aus, um sich und ihre Ausrüstung vor nächtlichen ukrainischen Gegenangriffen zu schützen, hieß es.

News zum Ukraine-Krieg: Prinzipien der nuklearen Sicherheit wurden „verletzt“

Mit sechs Blöcken und einer Leistung von 6000 Megawatt ist das Werk in der Stadt Enerhodar in der Oblast Saporischschja das größte Atomkraftwerk Europas. Russische Truppen hatten die Anlage Anfang März besetzt. Danach wurde das Kernkraftwerk von ukrainischem Personal weiterbetrieben, aber von russischen Nuklearspezialisten überwacht.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hat die Lage am Kernkraftwerk als äußerst unbeständig und fragil bezeichnet. „Alle Prinzipien nuklearer Sicherheit wurden auf die eine oder andere Art verletzt“, sagte Rafael Grossi in dieser Woche in New York. Eine IAEA-Inspektion zur Prüfung der technischen Sicherheit sei dringend erforderlich. (nak mit dpa)

Rubriklistenbild: © STR/AFP

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