"Seriöse Quelle" bleibe bei Darstellung

Sprengstoff in Rettungswagen? Zeitung veröffentlicht Erklärung

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Ein Rettungswagen vor dem Stadion (Symbolfoto).

Bremen - Sorgte wirklich Sprengstoff in einem Rettungswagen für Terroralarm und Spielabsage am Dienstagabend? Die Kreiszeitung Syke hat nun eine Erklärung zu ihrer Exklusiv-Meldung veröffentlicht.

Die Meldung sorgte am Dienstagabend nach dem Terroralarm in Hannover für viel Aufsehen: Die Kreiszeitung hatte die Information verbreitet, ein Sprengstoff-Fund in einem Rettungswagen hätte zu der Absage des Spiels Deutschland gegen die Niederlande geführt. "Nach Informationen der Kreiszeitung ist ein Rettungswagen mit Sprengstoff entdeckt worden", hieß es auf kreiszeitung.de.

Die Information wurde in vielen verschiedenen Medien zitiert. Die Zeitung aus Syke in der Nähe von Bremen wurde jedoch auch von vielen Internet-Nutzern angefeindet, die über eine Falschmeldung spekulierten. Zumal ein Sprengstoff-Fund später am Abend bei einer Pressekonferenz mit Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) nicht bestätigt wurde. Es sei "bis zum jetzigen Zeitpunkt" kein Sprengstoff gefunden worden, so Pistorius am Dienstagabend. Das gleiche Spiel am Mittwoch: "Es gab keine Festnahmen und keinen Sprengstoff", resümierte eine Polizeisprecherin in Hannover.

Die Kreiszeitung hat am Mittwochnachmittag eine Erklärung veröffentlicht. Und rückt nicht von ihren Informationen ab. Die Zeitung beruft sich auf eine seriöse Quelle, die auch in einem zweiten Gespräch nicht von ihrer Darstellung abgewichen sei: Demnach habe sie die Gefährdungslage als "Rettungswagen mit Sprengstoff bestückt" bezeichnet.

In dem Kreiszeitung-Artikel vom Mittwochnachmittag kommt auch Hans-Joachim Zwingmann, 1. Vizepräsident des Deutschen Sportjournalisten Verbandes, zu Wort. "Nach meinen Informationen hat ein Schnüffelhund bei der Untersuchung eines Krankenwagens angeschlagen. Es soll aber angeblich keine Auffälligkeiten gegeben haben. Das ist alles schon ein bisschen dubios. Kurz nach 19 Uhr standen mehrere Krankenwagen direkt vor dem Haupteingang des Stadions und sind rein und rausgefahren. Warum, weiß ich nicht."

Zudem wird TV-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein angeführt, die im ZDF von Hinweisen berichtete, "es gäbe wohl eine konkrete Gefahrensituation was Einsatzkräfte betrifft, sprich Polizeiwagen, sprich Krankenwagen".

De Maizière: "Wir können über Terror-Hinweise nicht öffentlich reden"

Alle Informationen zum Terror-Alarm im Live-Ticker

Am Mittwochnachmittag hat de Maizière erneut Stellung genommen - die Bedrohung aber nicht präzisiert: "Wir können über Terror-Hinweise nicht öffentlich reden. Nicht vor einer Gefahrenlage und nicht nach einer Gefahrenlage", so der Bundesinnenminister.

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