Taliban

Sechs US-Soldaten bei Anschlag in Afghanistan getötet

Kabul - Erst 61 Tote beim Angriff auf den Flughafen in Kandahar, dann zehn Tote beim Sturm der spanischen Botschaft in Kabul. Jetzt folgen sechs Opfer bei einem Selbstmordanschlag auf eine Patrouille in Bagram.

Beim schwersten Anschlag auf ausländische Truppen seit dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan sind kurz vor Weihnachten sechs US-Soldaten getötet worden. Drei weitere seien bei dem Vorfall nahe der US-Militärbasis Bagram in der Provinz Parwan verletzt worden, sagte der Sprecher der Nato-Mission Resolute Support, Michael Lawhorn.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter bestätigte die Nationalität der Getöteten. Trotz dieses schweren Zwischenfalls würden die Anstrengungen fortgesetzt, gemeinsam mit afghanischen Partnern dem Land zu einer besseren Zukunft zu verhelfen.

Der Leiter des Bezirks Bagram, Abdul Schakur Kundusi, sagte, unter den Opfern seien Amerikaner, aber auch Europäer. Der Attentäter sei im Dorf Bajauri mit seinem Motorrad in eine afghanisch-amerikanische Fußpatrouille gefahren und habe einen Sprengsatz gezündet. Demnach seien auch drei afghanische Polizisten verwundet worden. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Insgesamt kamen in diesem Jahr fast 30 Mitglieder der Nato-Mission in Afghanistan ums Leben, mehr als ein Drittel davon bei Helikopter- und Flugzeugabstürzen.

Die Kampfmission der Nato endete Ende 2014. Seit Beginn dieses Jahres sind ausländische Truppen offiziell nur noch zur Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte im Land.

Die Verluste der afghanischen Sicherheitskräfte lagen bis zum August laut einem Bericht der „New York Times“ bei 4100 getöteten afghanischen Sicherheitskräften und Tausenden Verwundeten.

Der Anschlag ist der jüngste in einer ganzen Serie nach dem Ende der offiziellen Kampfsaison. Anschläge und Offensiven richteten sich sowohl gegen internationale als auch afghanische Ziele.

Vor zwölf Tagen hatten die Islamisten den zweitgrößten Flughafen des Landes in Kandahar angegriffen. Dort sind auch mehr als 2000 internationale Soldaten und 5000 Vertragskräfte sowie zivile Mitarbeiter von Regierungen stationiert. Bis zu ihnen drangen die Angreifer aber nicht vor. Während der 27 Stunden langen Gefechte starben mehr als 60 afghanische Soldaten und Zivilisten.

Nur wenige Tage später griffen die Taliban die spanische Botschaft in Kabul an. Bei den mehr als zwölfstündigen Gefechten wurden zwei spanische sowie vier afghanische Polizisten getötet.

In den vergangenen Tagen weiteten die Aufständischen auch ihre Offensiven in der Südprovinz Helmand aus. Im Zentrum des afghanischen Drogenhandels sind nun fünf Bezirke in den Händen der Taliban. Erst am Sonntag fiel das Zentrum des Distrikts Sangin an die Islamisten.

dpa

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