Schlägerei im türkischen Parlament

Krawall: Abgeordneter stürzt Treppe hinunter  

+
Erneut kam es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen im türkischen Parlament.

Ankara - Bei der Debatte um ein umstrittenes Sicherheitsgesetz ist es im türkischen Parlament erneut zu einer Schlägerei gekommen. Ein Abgeordneten stürzte bei dem Krawall sogar die Treppe hinunter.

Abgeordnete der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP und der Opposition gingen in der Nacht zu Freitag in Ankara zum zweiten Mal innerhalb von nur 48 Stunden mit Fäusten aufeinander los. Der Fernsehsender CNN Türk strahlte Handyaufnahmen aus, auf denen zu sehen war, wie der Abgeordnete Orhan Düzgün von der größten Oppositionspartei CHP dabei eine Wendeltreppe bei den Parlaments-Stenografen hinunterstürzte.

Die Debatte um das Gesetzespaket hatte am Dienstag begonnen. Bereits in der Nacht zu Mittwoch war es im Parlament zu einer Schlägerei gekommen, bei der Parlamentarier unter anderem mit Stühlen und Wassergläsern warfen. Fünf Abgeordnete waren dabei verletzt worden.

Das Gesetzespaket, das von der AKP ins Parlament eingebracht wurde, sieht unter anderem deutlich mehr Befugnisse für die Polizei und eine Verschärfung des Demonstrationsrechts vor. Unter anderem sollen Sicherheitskräfte leichter von Schusswaffen Gebrauch machen dürfen. Die Opposition warnt über Parteigrenzen hinweg vor einem „Polizeistaat“. Die AKP rechtfertigt das neue Gesetz mit Unruhen im vergangenen Oktober im kurdisch geprägten Südosten der Türkei.

dpa

Kommentare

Meistgelesen

London-Ticker: Täter wohl identifiziert - psychische Probleme
London-Ticker: Täter wohl identifiziert - psychische Probleme
Urteil gegen Russland wegen Gesetz zu "Homosexuellen-Propaganda"
Urteil gegen Russland wegen Gesetz zu "Homosexuellen-Propaganda"
Parlamentswahl in Frankreich: Das sagen die letzten Umfragen und Prognosen 
Parlamentswahl in Frankreich: Das sagen die letzten Umfragen und Prognosen 
Messenger: Kein Zugriff auf Chat-Verläufe für Sicherheitsbehören 
Messenger: Kein Zugriff auf Chat-Verläufe für Sicherheitsbehören 
Justiz ermittelt gegen Marine Le Pen wegen Verleumdung
Justiz ermittelt gegen Marine Le Pen wegen Verleumdung