EU-Vizekommissionspräsident redet Klartext

Grenze am Brenner: Kritik von der EU

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Hinweisschild zur Brennerautobahn: Die Zeit der Grenzzäune kehrt zurück. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Berlin - EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans hat die 28 Mitgliedsstaaten aufgefordert, keine neuen Grenzen hochzuziehen.

"Wenn wir Europa aufrechterhalten wollen, müssen wir aufhören, immer wieder neue Grenzen einzustellen (zu errichten)", sagte Timmermans dem Deutschlandfunk (Sonntag). "Und ich finde, dass wir das auch von Österreich verlangen können."

Timmermans bezog sich dabei auf die umstrittene Grenzsicherung an der österreichisch-italienischen Grenze am Brenner. "Wir werden Vorrichtungen für einen Zaun errichten, aber wir werden den Zaun nicht einhängen", sagte Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka am Freitag in Berlin. Dies geschehe erst dann, wenn es die Lage erfordere.

Das Migrationsproblem wird aus Sicht von Timmermans nicht verschwinden, weil es ein globales Problem sei. "Wir werden noch viele, viele Schwierigkeiten mit diesen Fragen haben", sagte er.

Fluchtursachen wie Krieg und Armut müssen nach den Worten von Timmermans bekämpft werden. Außerdem müssten junge Menschen eine Perspektive bekommen. "Wir müssen dafür sorgen, dass diese Zukunft in diesen Regionen besser wird und nicht nur, dass die Leute denken: "Wir können nur überleben, wenn wir nach Europa ziehen"", sagte Timmermans.

dpa

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