Schwierige Visite

Obama zu Besuch in Saudi-Arabien: Vorwürfe wegen Syrien

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US-Präsident Barack Obama spricht mit dem Saudi-arabischen König Salman in Riad.

Riad - Saudi-Arabien und die USA sind seit Jahrzehnten Verbündete. Doch das Verhältnis hat stark gelitten. Kann Obamas Besuch die Spannungen mildern?

Zum Auftakt einer schwierigen sechstägigen Reise in den Nahen Osten und nach Europa ist US-Präsident Barack Obama in Riad mit dem saudischen König Salman zusammengekommen. Das rund zweistündige Treffen sollte die zuletzt stark angespannten Beziehungen zwischen den beiden traditionellen Verbündeten wieder verbessern. Der Monarch empfing seinen Gast am Mittwoch im Königspalast der saudischen Hauptstadt. Im Zentrum des Gespräches stand das zerrüttete Verhältnis des sunnitischen Königreichs zum schiitischen Nachbarn Iran.

„Das saudische Volk und ich sind sehr erfreut, dass Sie, Herr Präsident, uns hier im Königreich besuchen“, sagte Salman zur Begrüßung Obamas im Palast, bevor sich die beiden zu einem Gespräch hinter verschlossenen Türen zurückzogen. Auch über den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie über die Bürgerkriege in Syrien und im Jemen wollten sich die Staatsoberhäupter austauschen. In beiden Krisen ist derzeit keine politische Lösung in Sicht.

Atomvertrag der USA mit Iran sorgt in Saudi-Arabien für Unmut

König Salman betonte die Freundschaft zwischen beiden Ländern. Er empfing Obama jedoch nicht bei der Ankunft am Flughafen in Riad - anders als die am Vormittag anreisenden Staatsoberhäupter der Golfländer. Auch der mit saudischen Geldern finanzierte Nachrichtenkanal Al-Arabija zeigte keine Live-Bilder von Obamas Ankunft.

Am Dienstagabend (Ortszeit) sollte Obama nach Angaben des Weißen Hauses mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Said al-Nahjan, zusammentreffen. Auch dabei sollte es um die Anti-IS-Koalition gehen.

Im Vorfeld hatten sich die USA und die Golfstaaten auf gemeinsame Patrouillen vor der jemenitischen Küste geeinigt. Sie sollten Waffenlieferungen des Irans an die Huthi-Rebellen im Jemen stoppen, wie der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrates (GCC), Abdullatif al-Sajani, nach einem Treffen mit US-Verteidigungsminister Ashton Carter erklärte. Riad wirft dem Iran vor, die Aufständischen zu unterstützen. Teheran weist die Anschuldigungen zurück.

Obama wirft Saudi-Arabien und Europa zu wenig militärisches Engagement vor

Saudi-Arabien ist seit Jahrzehnten wichtigster US-Verbündeter in der arabischen Welt. Zuletzt hatte das Verhältnis jedoch unter dem von Washington vorangetriebenen Atomvertrag mit dem Iran stark gelitten. Saudi-Arabien sieht den schiitischen Nachbarn als Erzrivalen und Bedrohung seiner Sicherheit. Riad lehnt das Nuklearabkommen ab und wirft dem Teheran vor, die Region zu destabilisieren.

Großen Ärger in Saudi-Arabien hatte ein Interview Obamas mit dem US-Magazin „The Atlantic“ ausgelöst. Darin erklärte der US-Präsident, die Saudis müssten den Nahen Osten mit dem Iran teilen. Zugleich deutete er an, dass er die Golfländer und europäische Staaten für „Trittbrettfahrer“ auf der internationalen Bühne hält, die nach militärischem Handeln riefen, sich aber nicht selbst engagierten.

Obama nimmt am Donnerstag in Riad als erster US-Präsident an einem Gipfeltreffen des Golf-Kooperationsrates teil, einem Zusammenschluss der Golfstaaten. Bei den Beratungen soll es ebenfalls um den Iran und den Kampf gegen den IS gehen. Nach dem Besuch in Saudi-Arabien reist Obama weiter nach Großbritannien und Deutschland, wo er am Sonntagmittag erwartet wird. Am Abend eröffnet Obama als erster US-Präsident die Hannover Messe, die größte Industrieschau der Welt.

dpa

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