Verkauf von Nazi-Antiquitäten

NS-Orden mit Hakenkreuz: Ermittlungen gegen AfD-Politiker

Saarbrücken - Der Verkauf von Orden mit Hakenkreuzen und Geldscheinen aus der NS-Zeit durch den saarländischen AfD-Spitzenkandidaten Rolf Müller hat die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen.

Gegen den Politiker sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte die Saarbrücker Behörde am Donnerstag mit. Es bestehe der Anfangsverdacht einer Straftat wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Müller tritt für die AfD bei der Landtagswahl im März 2017 als Spitzenkandidat an.

Der 65-Jährige verkauft die Orden und Geldscheine in seinem Antiquitätengeschäft in Saarbrücken. Seine Rechtfertigung: Er klebe die Hakenkreuze immer ab und präsentiere sie deshalb nicht öffentlich - er tue deshalb nichts Illegales. Müller erklärte, er erhalte solche Orden und Geldscheine gelegentlich mit Nachlässen.

Der Handel mit sogenanntem Lagergeld, das aus Konzentrationslagern der Nationalsozialisten stammt, ist nicht strafbar. Das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen hingegen ist verboten. Darunter fallen auch Orden aus der NS-Zeit mit Hakenkreuzen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Mehr zum Thema

Kommentare

Meistgelesen

Koalitionsverhandlungen nach der Wahl: So geht es jetzt weiter
Koalitionsverhandlungen nach der Wahl: So geht es jetzt weiter
NRW-Wahl 2017: Nach Kraft-Rücktritt - wer wird neuer SPD-Chef?
NRW-Wahl 2017: Nach Kraft-Rücktritt - wer wird neuer SPD-Chef?
23 Tote in Manchester: Das sind die ersten Reaktionen
23 Tote in Manchester: Das sind die ersten Reaktionen
SPD-Parteizentrale evakuiert - Polizei gibt Entwarnung
SPD-Parteizentrale evakuiert - Polizei gibt Entwarnung
Polizei und Wahlleiter prüfen NRW-Wahl
Polizei und Wahlleiter prüfen NRW-Wahl