Laut Medienbericht

Noch vor Merkel-Treffen: Orban besucht offenbar Seehofer

+
Viktor Orban (l.) und Horst Seehofer (Symbolbild.)

Der Asylstreit zwischen CDU und CSU schlägt weiter hohe Wellen. Am Donnerstag trifft Angela Merkel den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Der hat offenbar zuvor Horst Seehofer besucht.

München - Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat einem Bericht zufolge noch vor seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer besucht. Orban und Seehofer seien am Mittwoch als Partei-Chefs zusammengekommen, meldete die "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe) unter Verweis auf das Umfeld Orbans. Demnach bekräftigte Orban bei dem Treffen seine Ablehnung, illegale Einwanderer in Ungarn aufzunehmen.

Merkel empfängt den rechtsnationalen ungarischen Regierungschef am Donnerstag vor dem Hintergrund der Pläne der Bundesregierung zur Verschärfung der Flüchtlingspolitik. Noch am Mittwoch signalisierte Orban in der "Bild"-Zeitung, er sei unter bestimmten Voraussetzungen doch zu Verhandlungen über ein bilaterales Asyl-Abkommen mit Deutschland bereit.

SPD kritisiert Asyldeal scharf

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag drohte die CSU derweil Italien mit Zurückweisungen an der Grenze, "wenn es kein Abkommen gibt über die Rücknahme von Asylbewerbern". Deutschland dürfe nicht "der Dumme" sein, wenn andere die Kooperation verweigern, zitierte die Zeitung CSU-Generalsekretär Markus Blume.

Lesen Sie auch: Merkel erklärt: Darum hat sie Seehofer nicht sofort rausgeworfen

Sein Amtskollege von der SPD, Lars Klingbeil, kritisierte in der "Frankfurter Allgemeinen Woche" die Einigung der Unionsparteien im Asylstreit. Der Deal sei "komplett auf die bayerische Landtagswahl ausgerichtet", habe in der Sache aber "nicht weitergeholfen", sagte Klingbeil.

Lesen Sie auch: Umfrage: So unzufrieden ist Bayern mit Merkels Asylpolitik

CDU und CSU hatten sich am Montagabend nach erbittertem Streit darauf geeinigt, künftig Asylbewerber in bestimmten Fällen bereits an der deutschen Grenze zurückweisen zu lassen. Offen ist derzeit noch, ob die SPD den Beschluss der Union mitträgt. Verfolgen Sie den gesamten Asylstreit in unserem News-Ticker

Im Frühjahr 2019 hat Viktor Orban unterdessen für Aufregung wegen einer Hetzkampagne gesorgt - dann nahm in Horst Seehofer in Schutz.

AfP

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Konflikt eskaliert: Großbritannien plant Seeschutzmission - Iran droht mit Todesstrafe

Konflikt eskaliert: Großbritannien plant Seeschutzmission - Iran droht mit Todesstrafe

EU-Wahl: Von der Leyen droht Debakel - Grüne bleiben bei ihrem „Nein“

EU-Wahl: Von der Leyen droht Debakel - Grüne bleiben bei ihrem „Nein“

Mehrheit erachtet Merkels Zitteranfälle als Privatsache

Mehrheit erachtet Merkels Zitteranfälle als Privatsache

Kreuzfahrtschiff nimmt 111 Migranten auf - Merkel macht jetzt Druck

Kreuzfahrtschiff nimmt 111 Migranten auf - Merkel macht jetzt Druck

Razzien gegen islamistische Gefährder: Vier Gewahrsamnahmen

Razzien gegen islamistische Gefährder: Vier Gewahrsamnahmen

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren