Demokratiebewegung

Massenhafte Festnahmen nach Razzia in Belarus

Lukaschenko
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Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko geht weiter gegen die Opposition im Land vor.

Der Staatsapparat in Belarus geht weiter gegen die Opposition vor: Eine Menschenrechtsgruppe spricht von mehr als 85 Festnahmen innerhalb kurzer Zeit.

Minsk - Uniformierte haben in Belarus nach dem Tod von zwei Menschen bei einer Razzia des Geheimdienstes KGB Dutzende mutmaßliche Oppositionelle festgenommen.

Landesweit seien mehr als 85 Menschen wegen Kommentaren in sozialen Netzwerken in Polizeigewahrsam genommen worden, teilte die Menschenrechtsgruppe Wesna am Freitag mit. Dabei gehe um angebliche Beleidigung von Vertretern des Machtapparats. Am Dienstag hatten Sicherheitskräfte eine Wohnung in Minsk gestürmt.

Dabei hatte ein 31-jähriger IT-Spezialist, der der Opposition zugerechnet wird, einen KGB-Offizier erschossen. Der Mann wurde den Behörden zufolge ebenfalls getötet. Seine Frau sei festgenommen worden. Gegen den 31-Jährigen sei zuvor wegen angeblicher „terroristischer Aktivitäten“ ermittelt worden. In sozialen Medien hatte er Berichten zufolge Fotos mit der weiß-rot-weißen Flagge der Opposition veröffentlicht. Er soll seine Waffe legal besessen haben.

Nach der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl vom August vergangenen Jahres gab es Massenproteste gegen Alexander Lukaschenko, die der 67-jährige Machthaber niederschlagen ließ. Danach gingen die Behörden massiv gegen Andersdenkende und unabhängige Medien vor.

Lukaschenko gedachte am Freitag des getöteten KGB-Mitarbeiters mit einer Schweigeminute. Nach seinen Angaben hatten die Ermittler keine kugelsicheren Westen getragen. Zudem sei die Wohnung auf den Bruder der Ehefrau gemeldet gewesen, der sich ebenfalls an den Protesten im vergangenen Jahr beteiligt haben soll.

Die ins Exil geflohene Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja, die gegen Lukaschenko bei der Präsidentenwahl angetreten war, schrieb zu dem Vorfall: „Das Gesetz schützt die Menschen nicht mehr, und die Menschen sind gezwungen, sich selbst zu verteidigen.“ dpa

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