Mali sucht nach Terroranschlag Komplizen der Täter

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Sicherheitskräfte haben vor dem Radisson Hotel in Bamako, Mali Posten bezogen. Foto: EPA/STR

Das blutige Geiseldrama in Malis Hauptstadt Bamako ist zu Ende. Nun sucht die Regierung mit Hochdruck nach Komplizen der Täter. Das Land trauert.

Bamako (dpa) - Nach dem Anschlag islamistischer Terroristen auf ein Luxushotel im westafrikanischen Mali fahndet die Regierung nach Komplizen.

Man nehme an, dass die beiden Terroristen, die bei dem Anschlag am Freitag ums Leben kamen, nicht allein gehandelt hätten, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Innere Sicherheit der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Der Einsatz der Spezialkräfte im Radisson Blu Hotel in der Hauptstadt Bamako sei abgeschlossen. Das Gelände um das Hotel bleibe aber abgesperrt, während das Justizministerium versuche, die Leichen zu identifizieren, hieß es.

Bei der Geiselnahme seien 21 Menschen - einschließlich der beiden Angreifer - getötet worden, bestätigte Präsident Ibrahim Boubacar Keïta am Samstag im nationalen Fernsehen. Am Tag zuvor war die genaue Zahl der Opfer unklar geblieben. Bei der mehrstündigen Geiselnahme kamen auch zahlreiche Ausländer ums Leben.

Nach Angaben des Moskauer Außenministeriums wurden auch sechs Russen getötet. Die Opfer seien Mitarbeiter der Frachtfluglinie Wolga-Dnjepr gewesen, teilte die Gebietsverwaltung von Uljanowsk an der Wolga mit. Dort hat die Fluglinie ihren Sitz. Sechs andere Russen seien aus der Hand der Terroristen befreit worden. Der belgische Außenminister Didier Reynders teilte über Twitter mit, dass unter den Toten auch zwei Belgier seien. Außerdem sollen in Bamako mindestens drei Chinesen und eine US-Bürgerin umgekommen sein.

Nach Angaben des Hotelbetreibers Rezidor befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs 170 Menschen in dem 190-Zimmer-Hotelgebäude, das später von malischen Sicherheitskräften und ausländischen Spezialeinheiten gestürmt wurde. Nach Angaben des Justizministeriums wurden 105 Geiseln bereit. Rund 40 Menschen konnten während des Angriffs unversehrt fliehen. Nach Angaben von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier blieben auch vier Deutsche, die sich in dem Hotel aufgehalten hatten, unverletzt. Auch türkische, indische und französische Staatsbürger waren zur Zeit des Überfalls dort.

US-Präsident Barack Obama verurteilte den Terroranschlag in Mali am Samstag und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. "Die Grausamkeit festigt nur unsere Entschlossenheit, diese Herausforderung anzunehmen", sagte Obama in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur am Rande des Gipfeltreffens der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean).

Französische und amerikanische Truppen, die in Mali Ausbildungsprogramme durchführten, hätten die einheimischen Sicherheitskräfte unterstützt, sagte Obama. "Wir stehen an der Seite der Menschen in Mali, die ihr Land von Terroristen säubern und die Demokratie stärken wollen", sagte er. "Wir werden es nicht zulassen, dass diese Mörder Zufluchtsorte finden."

Malis Regierung verhängte in der Nacht zum Samstag den Ausnahmezustand. Er gilt zehn Tage lang für das gesamte Staatsgebiet. Am Montag soll zudem eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen werden.

Zu dem Anschlag bekannten sich Berichten zufolge zwei mit dem Terrornetz Al-Kaida verbundene Islamistengruppen. Frankreichs Regierung vermutet den einäugigen Al-Kaida-Veteranen Mokhtar Belmokhtar hinter dem Terrorangriff, der bereits vor Monaten von der libyschen Regierung für tot erklärt worden war und als Anführer des Terrornetzwerks im nördlichen Afrika gilt.

Der Anschlag dürfte die Debatte über das Engagement der Bundeswehr in Mali zusätzlich anheizen. Aktuell sind rund 200 deutsche Soldaten als Teil einer EU-Mission an der Ausbildung der malischen Streitkräfte beteiligt. Die Bundesregierung erwägt, den Einsatz auf den unruhigen Norden auszuweiten.

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