Symbolischer Akt 

Das traurige Schicksal der Eiche, die Macron in Trumps Garten pflanzte - Jetzt ist klar, was mit ihr passierte 

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US-Präsident Donald Trump sowie First Lady Melania mit Emmanuel Macron mit seiner Brigitte beim Pflanzen des Baumes.

Es war ein Bild mit Symbolcharakter: US-Präsident Donald Trump pflanzt zusammen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine Eiche und demonstrieren damit Verbundenheit. Jetzt ist der Baum tot.

Update vom 10. Juni: Es steht vielleicht symbolisch für die kriselnden Beziehungen zwischen den USA und den Europäern: Eine im vergangenen Jahr von US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron im Garten des Weißen Hauses gepflanzte Eiche ist tot. Das verlautete aus diplomatischen Kreisen.

Macron hatte die junge Eiche im April 2018 als Gastgeschenk zu einem Staatsbesuch in Washington mitgebracht. Der Baum wies symbolisch auf die engen historischen Beziehungen beider Länder hin: Er stammte aus einem nordfranzösischen Wald, in dem im Ersten Weltkrieg mehr als 2000 US-Soldaten im Kampf gegen die Deutschen getötet worden waren.

Trump und Macron pflanzten den Setzling im Garten des Weißen Hauses. Das Foto von der gemeinsamen Gartenarbeit sollte sinnbildlich für die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Präsidenten stehen. Macron galt als der europäische Staatschef mit dem vielleicht besten Zugang zum US-Präsidenten.

Dann wurde der Baum aber wieder ausgegraben: Er musste zunächst, wie bei eingeführten Pflanzen in den USA üblich, in Quarantäne genommen werden. Die Eiche sollte zu einem späteren Zeitpunkt wieder eingepflanzt werden.

Dazu kam es aber nicht. Wie jetzt bekannt wurde, starb der Baum während der Quarantäne.

Erstmeldung: Macrons Baum überraschend aus Trumps Garten verschwunden: Jetzt ist klar, warum

Washington/München – Wer in der Politik Verbundenheit demonstrieren will, pflanzt neuerdings Bäume. Das zeigen zwei Fälle aus der vergangenen Woche: Am Freitag setzten Nordkoreas Diktator Kim Jong-un und Südkoreas Präsident Moon Jae-in gemeinsam eine Pinie, die 65 Jahre und damit genauso alt ist wie der Waffenstillstand zwischen beiden Ländern. Der Baum, hieß es hinterher, sei ein Symbol für Frieden und Wohlstand.

Zu diesem Zeitpunkt hatten US-Präsident Donald Trump und sein französischer Kollege Emmanuel Macron schon vorgelegt. Am Dienstag gruben sie, bewaffnet mit zwei imposanten Schaufeln und umstöckelt von ihren Gattinen, gleich vor dem Weißen Haus ein Loch – und versenkten eine junge Eiche darin. Der Baum solle das Weiße Haus an „die Bande erinnern, die uns verbinden“, twitterte Macron danach. Das klang irgendwie bewegend.

Baum von Macron für Trump: "Er ist in Quarantäne, was in den USA verpflichtend ist“

Bei so viel Symbolik darf man sich schon fragen: Was bedeutet es eigentlich, wenn der Baum der Verbundenheit urplötzlich verschwindet? Das Ganze ist ein einziges Rätsel. Dort, wo die beiden Staatsmänner in schweißtreibender Gemeinschaftsleistung ihr Bäumchen pflanzten, glänzt inzwischen wieder ein akkurat gestutzter Präsidenten-Rasen. Jetzt aber hat der französische Botschafter in Washington bestätigt: Der Setzling einer Eiche wurde wie bei eingeführten Pflanzen üblich in Quarantäne genommen.

"Er ist in Quarantäne, was für jeden in die USA importierten lebenden Organismus verpflichtend ist", schrieb Gérard Araud am Sonntag (Ortszeit) auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. "Er wird später wieder eingepflanzt." Mit der Maßnahme soll verhindert werden, dass Krankheiten oder Schädlinge eingeschleppt werden.

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Die Wurzeln des Baumes waren offenbar noch in Plastik gepackt

Auf den Kommentar eines Twitter-Nutzers, einen Baum erst einzupflanzen und dann in Quarantäne zu nehmen, sei wenig sinnvoll, entgegnete der Botschafter, die Wurzeln seien in Plastik einpackt gewesen. "Die Wurzeln waren sorgfältig isoliert."

Der Baum stammt aus einem nordfranzösischen Wald, in dem im Ersten Weltkrieg mehr als 2000 US-Soldaten im Kampf gegen die Deutschen getötet worden waren. Die Erleichterung in Frankreich dürfte also groß sein, dass nun klar ist, wo er steckt.

Und gute Nachrichten gibt es auch aus Korea: Die Pinie des Friedens soll noch stehen.

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afp

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