Für mehr Sicherheit

Libysche Chemiewaffen sollen in Deutschland vernichtet werden

Berlin /Misrata - Damit sie nicht in die falschen Hände geraten, will Deutschland nun libysche Chemiewaffen vernichten. In der Tat könnten mit diesen toxische Waffen produziert werden. 

Die Vernichtung von Restbeständen des libyschen Chemiewaffenprogramms in Deutschland ist nach Ansicht von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit. 

Beitrag zur Sicherheit in Europa

"Wir müssen verhindern, dass toxische Chemikalien in die falschen Hände geraten, und wollen so einen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands, Europas - und natürlichLibyens - leisten", erklärte Steinmeier am Freitag. Verteidigungsministerin von der Leyen sprach von einem "kleinen, aber ganz handfesten Beitrag Deutschlands, um die Sicherheitslage in einem Land zu verbessern, das um Ordnung und Stabilität ringt". Sie freue sich, dass die Bundeswehr erneut helfen könne, "Chemikalien zu vernichten, die zu gefährlichen Kampfstoffen verarbeitet werden können". 

Die Chemikalien unter strenger Aufsicht nach Deutschland transportiert

Die letzten Bestände zur Herstellung von Chemiewaffen aus Libyen sind nach Angaben der zuständigen Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) bereits im niedersächsischen Munster, wo sie in einer bundeseigenen Spezialanlage vernichtet werden sollen. Die Chemikalien wurden in 23 Behältern auf einem dänischen Schiff unter Aufsicht der Vereinten Nationen vom libyschen Hafen Misrata nach Deutschland transportiert. In Munster werden die Chemikalien in einer Anlage der bundeseigenen Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten (Geka) vernichtet, die auch bereits an der Entsorgung der syrischen Chemiewaffen beteiligt war. 

Gaddafi hätte damit Giftgas herstellen können

Die rund 500 Tonnen Chemikalien, die aus der Zeit des 2011 gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi stammten, hätten zur Produktion von Giftgas oder Kampfstoffen verwendet werden können. Durch die Vernichtung der Stoffe im Ausland soll auch verhindert werden, dass sie in die Hände von Extremisten wie der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) fallen. Die Bestände waren in der Region Jafa rund 200 Kilometer südlich der umkämpften IS-Hochburg Sirte gelagert gewesen. 


AFP

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