FDP-Vize stellt schon konkrete Prognose

Naht das Laschet-Aus? Umfrage liefert erschütternde Werte für den CDU-Chef

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet geht nach einem NRW-Landesgruppentreffen zur ersten Fraktionssitzung von CDU/CSU in Berlin.
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Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet muss nach der Wahlschlappe um seine politische Stellung bangen.

Der Druck auf Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet wächst. In einer Umfrage zur Zukunft des CDU-Chefs sind sich fast 70 Prozent der Befragten einig.

Berlin - Seine Partei hat die Wahl verloren. Debattiert wird, ob in letzter Sekunde nicht doch CSU-Chef Markus Söder als Kanzlerkandidat einspringt. Die Unions-Frauen sind aufgebracht, es gibt Rücktrittsforderungen – und nun folgt auch noch das, was der angeschlagene Armin Laschet bekanntlich nicht sonderlich mag: eine neue Umfrage.

Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland würde einen Rücktritt Laschets von allen seinen politischen Ämtern begrüßen. Für diesen harten Schritt sprechen sich 68 Prozent der Befragten einer am Mittwoch veröffentlichten YouGov-Umfrage aus. 13 Prozent lehnen ihn ab. Laschet ist aktuell noch Ministerpräsident des einwohnerstärksten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, will aber vor allem die Union als CDU-Chef in eine neue Regierungskoalition führen.

Kubicki über Laschet: „Wird diese Woche nicht überstehen“

Laschet hofft, sich mithilfe einer Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP noch ins Kanzleramt zu retten. Die beiden Parteien haben bereits miteinander vorsondiert, für sie ist auch eine „Ampel“ mit der SPD unter Laschets Mitbewerber Olaf Scholz denkbar.

Doch selbst die potenziellen Koalitionspartner klingen mit Blick auf Laschets Schicksal wenig optimistisch. FDP-Vize Wolfgang Kubicki sagte dem NDR nun: „Ich vermute mal, dass Armin Laschet diese Woche nicht überstehen wird“. Er glaubt, dass die Rücktrittsforderungen von bislang „nachrangigen Persönlichkeiten“ demnächst „stärker“ werden können. Einen Autoritätsverlust erlebe Laschet bereits jetzt.

Im Streit um den (nun als Kompromiss für ein halbes Jahr verlängerten) Fraktionsvorsitz von Ralph Brinkhaus (CDU) konnte sich Laschet diese Woche schon einmal nicht durchsetzen. Das Amt des Fraktionschefs wäre das mächtigste verbleibende Amt in der Union, sollte es für sie in die Bundestags-Opposition gehen.

Jamaika-Koalition mit Laschet? Grüne Jugend fordert Absage

Laschets Partei war auch nicht die, welche bei der Bundestagswahl den größten Zuwachs an jungen Wählern hatte. Das waren die FDP und die Grünen. Die Grüne Jugend hat die Parteispitze nun zu einer klaren Absage an eine Koalition mit CDU/CSU aufgefordert. „Eine Jamaika-Koalition mit der Union würde die Grüne Jugend nicht mitmachen“, sagte Grüne-Jugend-Bundessprecher Georg Kurz der Neuen Osnabrücker Zeitung von diesem Mittwoch. „Wir können auf keinen Fall die Partei, die explizit abgewählt wurde, zurück ins Kanzleramt hieven.“

Die Union war bei der Bundestagswahl auf den historischen Tiefpunkt von 24,1 Prozent gestürzt. Die SPD wurde mit 25,7 Prozent stärkste Kraft. (frs mit Material der dpa)

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