Wahlschlappe im Ländle für die CDU

Debakel für Unions-Hoffnung Guido Wolf in Baden-Württemberg

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Guido Wolf wird die Niederlage bei den Landtagswahlen 2016 in Baden-Württemberg auf seine Kappe nehmen müssen.

Stuttgart - Guido Wolf wollte bei der Landtagswahl 2016 in Baden-Württemberg die Union zu alter Stärke zurückführen. Doch der Hoffnungsträger ist kolossal gescheitert.

Guido Wolf wollte die CDU in Baden-Württemberg wieder an die Macht führen - doch am Sonntag fährt seine Partei im Vergleich zur Landtagswahl 2011 große Verluste ein und landet auf den zweiten Platz nach den Grünen - ein historisches Desaster. Dabei hat Wolf sich redlich bemüht, um gegen den grünen Regierungschef Winfried Kretschmann anzukämpfen.

Auf der bundespolitischen Bühne ist Guido Wolf kaum bekannt. Doch das stört ihn wenig. „Ich bin einer aus dem Land für das Land“, pflegt der 54 Jahre alte Jurist zu sagen. Die persönlichen und beruflichen Wurzeln des Spitzenkandidaten liegen in der baden-württembergischen Provinz: Wolf wurde in Weingarten geboren und war mehrere Jahre Landrat des Landkreises Tuttlingen. 2006 zog er als Abgeordneter in den Landtag ein. Von 2011 bis 2015 war er dessen Präsident.

Von da aus brachte sich der verheiratete, aber kinderlose Politiker beharrlich für das Amt des CDU-Spitzenkandidaten in Position. In einer „Ochsentour“ durchs Land warb Wolf unermüdlich für sich. Im Dezember 2014 dann die Überraschung: Der einstige Kommunalpolitiker gewann den CDU-Mitgliederentscheid um die Spitzenkandidatur zur Landtagswahl gegen den Landesvorsitzenden und CDU-Bundesvize Thomas Strobl. Wolf gilt als Vertreter der ländlichen, konservativen CDU - Strobl wird eher dem moderneren, städtischen Lager zugerechnet.

Jubel und lange Gesichter: Die Bilder vom Wahlabend

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), reagiert jubelnd in Mainz auf die ersten Hochrechnungen zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. © dpa
Der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann und seine Frau Gerlinde (l) stehen auf dem Podium und nehmen den Beifall entgegen - Parteianhänger der Grünen reagieren in Stuttgart auf die ersten Hochrechnungen bei der Wahlparty der Grünen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Partei-Politiker im Wechselbad der Gefühle. Enttäuschte CSU-Anhänger in Rheinland-Pfalz. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Katrin Göring-Eckardt (M, Bündnis 90/Die Grünen) umarmt den Landtagsabgeordneten Sebastian Striegel (l, Bündnis 90/Die Grünen) in Magdeburg bei der Bekanntgabe der ersten Hochrechnung. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Anhänger der CDU, unter ihnen Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU, M), reagieren in Magdeburg zu der Wahlparty der CDU zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf die ersten Hochrechnungen. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Jörg Meuthen, Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland (AfD) in Baden-Württemberg, jubelt in Stuttgart nach der ersten Landtagswahl-Hochrechnung. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Partei-Politiker im Wechselbad der Gefühle. So reagierten Kandidaten und Parteianhänger bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt auf die ersten Hochrechnungen am Sonntagabend. Anhänger der SPD reagieren in Mainz jubelnd auf die ersten Hochrechnungen der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Partei-Politiker im Wechselbad der Gefühle. So reagierten Kandidaten und Parteianhänger bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt auf die ersten Hochrechnungen am Sonntagabend. FDP-Anhänger reagieren in Mainz jubelnd auf die ersten Hochrechnungen. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Partei-Politiker im Wechselbad der Gefühle. So reagierten Kandidaten und Parteianhänger bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt auf die ersten Hochrechnungen am Sonntagabend: Funktionäre der AfD feiern angesichts der ersten Hochrechnungen. © AFP
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Der Spitzenkandidat der CDU, Guido Wolf, in Stuttgart auf der Wahlparty der CDU zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Die Generalsekretärin der SPD, Katarina Barley (l), und der Vorsitzende der SPD, Sigmar Gabriel, sprechen am Wahlabend in Berlin im Willy-Brandt-Haus zu den Teilnehmern der Wahlparty. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Partei-Politiker im Wechselbad der Gefühle. So reagierten Kandidaten und Parteianhänger bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt auf die ersten Hochrechnungen am Sonntagabend. Anhänger der SPD reagieren in Mainz jubelnd auf die ersten Hochrechnungen der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Partei-Politiker im Wechselbad der Gefühle. So reagierten Kandidaten und Parteianhänger bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt auf die ersten Hochrechnungen am Sonntagabend. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Partei-Politiker im Wechselbad der Gefühle. Anhänger der SPD reagieren in Mainz jubelnd auf die ersten Hochrechnungen der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Lachend zeigt sich die Vorsitzende der AfD, Frauke Petry, nach den Hochrechnungen der Wahlen in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg auf der Wahlparty in Berlin. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), kommt am 13.03.2016 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) zur Wahlparty der CDU zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), reagiert in Mainz auf die ersten Hochrechnungen zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD, li.) und CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner (re.) treffen am Wahlabend gemeinsam im Fernsehstudio aufeinander. © dpa
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Frauke Petry und Ronald Glaeser von der AfD feiern die Wahlerfolge vom Sonntag. © AFP
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Der Wahlsieger Winfried Kretschmann (Grüne), SPD-Kandidat Nils Schmid und CDU-Mann Guido Wolf (v.li.) am Wahlabend vor einem gemeinsamen TV-Auftritt. © AFP
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
TV-Runde am Wahlabend in Baden-Württemberg. © AFP
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Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, bekommt von seiner Frau Gabriele bei der Wahlparty der CDU zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt einen Kuss. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU, l) und der Spitzenkandidat der Partei Alternative für Deutschland (AfD) bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, stehen am Wahlabend in Magdeburg in einem Fernsehstudio. © dpa
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Der Fraktionsvorsitzende der Afd in Thüringen, Björn Höcke, auf der Wahlparty der Alternative für Deutschland zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Die Spitzenkandidaten bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU, l-r), Katrin Budde (SPD), Wulf Gallert (Die Linke) und Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) bei der TV-Runde nach Wahl in Magdeburg. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Der Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90 / Die Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter steht auf der Wahlparty der rheinland-pfälzischen Grünen am Wahlabend in Mainz. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Die Spitzenkandidaten der Parteien, der AfD, Uwe Junge, der Grünen, Eveline Lemke, der SPD, Ministerpräsidentein Malu Dreyer, die Moderatorin Birgitta Weber und die CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner (l-r) stehen am Wahlabend in Mainz im Fernsehstudio. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner nach der Wahlschlappe am Sonntag. © dpa
Jubel und lange Gesichter: Reaktionen am Wahlabend
Der Spitzenkandidat der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Uwe Junge, kommentiert am Wahlabend die Resultate der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. © dpa

Wolf ist CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag. Doch den Landesvorsitz ließ er bei Strobl. Die einstigen Konkurrenten bildeten im Landtagswahlkampf ein Team, wenngleich die Zusammenarbeit am Ende Risse bekam. Der Mann, der gerne seine Brillen wechselt, gibt sich volksnah und offen, nimmt das politische Tagesgeschäft in Gedichten aufs Korn und spielt gerne mit seinem Nachnamen. So überreichte er Kanzlerin Angela Merkel beim Bundesparteitag in Karlsruhe einen Plüschwolf - und zog damit Spott auf sich.

Seine Befürworter meinen, dass Wolf landesväterliche Züge besitze und damit Kretschmann zumindest nahekomme. Kritiker führen an, dass Wolf sehr empfindlich sein könne, keine Ideen habe, sich schwertue mit klaren Haltungen zu hochpolitischen Themen. So wurde ihm nachgesagt, im unionsinternen Streit um die Flüchtlingspolitik eigentlich näher bei CSU-Chef Horst Seehofer als bei Kanzlerin Merkel zu stehen.

Erst hielt Wolf sich mit Kritik an der Bundesvorsitzenden zurück, dann wagte er einen umstrittenen Vorstoß mit der rheinland-pfälzischen Spitzenkandidatin Julia Klöckner (CDU), in dem er tagesaktuelle Flüchtlingskontingente forderte. Kritiker hielten ihm daraufhin vor, der Kanzlerin inmitten wichtiger EU-Verhandlungen über eine Lösung der Flüchtlingskrise in den Rücken gefallen zu sein.

dpa

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