„Berlin direkt“

Juso-Chef Kühnert mehrmals abgewürgt: Moderator verärgert ZDF-Zuschauer

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Thomas Walde vom ZDF und Kevin Kühnert bei „Berlin direkt“.

Juso-Chef Kevin Kühnert ist bei „Berlin direkt“ mit Moderator Thomas Walde zu Gast. Es geht um seine GroKo-Ablehnung. Doch etwas anderes stört die Zuschauern gewaltig.

Berlin - Die ZDF-Sendung „Berlin direkt“ ist bekannt für seinen eng gesteckten Zeitplan und viele, schnelle Nachfragen. Politiker müssen zügig auf den Punkt kommen. Das zeichnet das Format aus, macht es attraktiv.

Doch was Moderator Thomas Walde am Sonntagabend mit dem Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert machte, verärgerte so manchen Zuschauer. Die kommentierten den Video-Tweet der ZDF-Sendung oft sachlich aber auch ziemlich deutlich. (Die GroKo-Verhandlungen im Ticker)

Twitter-User Pedro Covfefe schrieb etwa: „Herr Walde, auch wenn man merkt, dass die Unterbrechungen dem Zeitdruck geschuldet sind, bitte wenigstens zwei Sätze antworten lassen. Er ist Ihren Fragen ja keineswegs ausgewichen.“

Eine andere Nutzerin kritisierte Gleiches: „Das war wahrlich meisterlich wie der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert bei jedem Satz unterbrochen und abgewürgt wurde.“ User Grim Reaper unterstellte Walde gar eine „unterirdische Qualität“.

Tatsächlich ging es im etwa dreieinhalb-minütigen Interview Schlag auf Schlag. Rentner, Mieter, Kinder, Arbeiter - für all diese Gruppen, tue eine Neuauflage der Großen Koalition etwas, befand Walde gleich zu Beginn: „Warum wollen Sie das als Sozialdemokrat verhindern?“ Kühnert antwortete, man müsse da genauer hinsehen: „Es finden sich viele sehr schräge Kompromisse. Union und SPD liegen grundsätzlich in vielen Fragen auseinander.“

Walde ließ nicht locker, fragte erneut nach dem „Verhindern“. Kühnert erklärte, nichts verhindern zu wollen, aber, dass er von eben genau diesen Gruppen bestärkt werde stark zu bleiben und „keine Koalition der faulen Kompromisse“ einzugehen. Kühnert schlug Walde vor: „Schauen wir doch mal in die eigenen Bereiche rein...“ Doch der unterbrach gleich, fragte nach einem Zitat von Willy Brandt. 

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Zeitdruck: Walde unterbricht drei Mal in einer Antwort

Später wollte der ZDF-Mann wissen, ob nicht bei einem „Nein“ der SPD-Mitglieder die gesamte Parteispitze abtreten müsse, unterbrach nach wenigen Kühnert-Sätzen aber erneut, obwohl der GroKo-Kritiker eigentlich auf seine Frage einging. Anschließend ließ ihm Walde aber auch noch ausreichend Zeit über seine Beweggründe sprechen, eine GroKo zu verhindern.

Verärgert haben dürfte einige Zuschauer dann Waldes Reaktion während Kühnerts Antwort auf seine letzte Frage. Der Moderator wollte wissen, wie sich die SPD in der Opposition erneuern solle und fragte: „Sie müssten sich erst einmal um Neuwahlen kümmern. Würde es das nicht schwieriger machen?“

Kühnert wollte klarstellen, dass er nicht Neuwahlen, sondern eine Minderheitsregierung präferiere. Doch schon nach zehn Sekunden versuchte Walde mit einem „Ok“ zu unterbinden, nur Sekunden später setzte er mit einem „Herr...“ an, nur Bruchteile später machte er unmissverständlich klar: „Herr Kühnert, wir haben noch ein bisschen was vor, herzlichen Dank für Ihren Besuch im Studio.“

Etwas rüde, andererseits kommt es nicht selten vor, denn das Format ist eben eng getaktet.

Kühnert twitterte jedenfalls kurz später: „Hatte im Gegensatz zu Thomas Strobl (Gast bei „Berlin direkt“, CSU; Anm.d.Red.) grad nicht mehr die Möglichkeit, allen ZuschauerInnen einen schönen Abend zu wünschen. Daher nun hier: einen schönen Abend noch! #prioritätensetzen“.

Wie geht es nun weiter im GroKo-Poker? Die Verhandler haben schon zahlreiche Ergebnisse errungen. Die Themen Arbeit und Gesundheit sollen am Montag abgeschlossen und anschließend alles in einen Koalitionsvertrag gegossen werden, über diesen dann die SPD-Mitglieder entscheiden. Der Juso-Chef ist dabei der Anführer der Fraktion gegen eine Neuauflage der Koalition.

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