Russland

Kremlgegner Nawalny kritisiert Fälschung der Parlamentswahl

Nawalny
+
Alexej Nawalny, inhaftierter Oppositionsführer aus Russland, zweifelt das offizielle Ergebnis der Parlamentswahl an.

Die Kremlpartei Geeintes Russland hatte schon am Wahlabend den Sieg bei der Parlamentswahl gefeiert, Beobachter zweifeln das offizielle Ergebnis an. Nun meldet sich auch Alexej Nawalny zu Wort.

Moskau - Der im Straflager inhaftierte Kremlgegner Alexej Nawalny hat eine Fälschung der Parlamentswahl in Russland kritisiert.

Es gebe klare Beweise etwa für Moskau, dass die Abstimmung zunächst zugunsten der Opposition ausgegangen und dann mit der späteren Veröffentlichung von Angaben der Online-Abstimmung im Sinne der Kremlpartei Geeintes Russland geändert worden sei, hieß es in einer am Dienstag bei Instagram veröffentlichten Erklärung Nawalnys. Das Ergebnis sei auf „primitivste Weise“ verändert und den Wählern somit gestohlen worden.

Die Wahlkommission hatte der von Kremlchef Wladimir Putin unterstützten Partei Geeintes Russland erneut den Sieg zugesprochen. Die Partei musste zwar leichte Verluste hinnehmen, erhielt aber erneut die absolute Mehrheit in der Staatsduma. Die Wahl war am Sonntag nach drei Tagen zu Ende gegangen.

Den Verlauf der Protestwahl gegen Geeintes Russland selbst bezeichnete Nawalny als Erfolg. Mit dem Verfahren der „schlauen Abstimmung“ sei es gelungen, Kandidaten anderer Parteien zu unterstützen. Am Ende stehe jetzt aber ein „gefälschtes Ergebnis auf dem Tableau“, weil der Machtapparat im Besitz der Anzeigetafel sei.

Nawalny lobte, dass die Beobachter in den Wahllokalen um die Stimmen und gegen den Betrug gekämpft hätten. Zugleich ließ er durchblicken, dass mit großen Protesten auf der Straße gegen die „gestohlene“ Wahl kaum zu rechnen sei. „Die Einschüchterung und die Repressionen haben vielen den Willen genommen; die Menschen haben einfach Angst, auf die Straße zu gehen“, schrieb er weiter. dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Ukraine-Konflikt: Russland droht mit „Vergeltungsmaßnahmen“ und setzt Truppenaufmarsch in hohem Tempo fort
Ukraine-Konflikt: Russland droht mit „Vergeltungsmaßnahmen“ und setzt Truppenaufmarsch in hohem Tempo fort
Ukraine-Konflikt: Russland droht mit „Vergeltungsmaßnahmen“ und setzt Truppenaufmarsch in hohem Tempo fort
Missbrauchs-Gutachten: Rücktrittsangebot an Papst Franziskus? Kardinal Marx mit detaillierter Stellungnahme
Missbrauchs-Gutachten: Rücktrittsangebot an Papst Franziskus? Kardinal Marx mit detaillierter Stellungnahme
Missbrauchs-Gutachten: Rücktrittsangebot an Papst Franziskus? Kardinal Marx mit detaillierter Stellungnahme
Hartz IV: Verzicht auf höhere Sätze – „Das ist nicht zu rechtfertigen“
Hartz IV: Verzicht auf höhere Sätze – „Das ist nicht zu rechtfertigen“
Hartz IV: Verzicht auf höhere Sätze – „Das ist nicht zu rechtfertigen“
Bundestags-Debatte zur allgemeinen Impfpflicht geht in die nächste Runde – Die vier Anträge im Überblick
Bundestags-Debatte zur allgemeinen Impfpflicht geht in die nächste Runde – Die vier Anträge im Überblick
Bundestags-Debatte zur allgemeinen Impfpflicht geht in die nächste Runde – Die vier Anträge im Überblick

Kommentare