Kein Blick zurück: CDU und CSU suchen neuen Zusammenhalt

+
Zerstritten: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Foto: Daniel Karmann/Archiv

Monatelang hat Seehofer die Kanzlerin für ihre Flüchtlingspolitik kritisiert - sie hat ihn abtropfen lassen. Die Umfragewerte sinken. Wird mit einer Art Friedensklausur nun alles besser?

Berlin (dpa) - Mit dem Willen zu neuem Zusammenhalt kommen die in der Flüchtlingspolitik zerstrittenen Spitzen der Schwesterparteien CDU und CSU am Freitag zu einer zweitägigen Klausur zusammen.

In Potsdam sollen dabei die Vorsitzenden Angela Merkel (CDU) und Horst Seehofer (CSU) nicht wieder über ihren offensichtlich unauflösbaren Konflikt um eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen reden, sondern den Blick nach vorn richten. Merkel lehnt eine Obergrenze ab.

Für beide Parteien geht es darum, verlorenes Vertrauen der Anhänger zurückzugewinnen. Laut Umfragen ist die Union in der Wählergunst gesunken. CDU-Generalsekretär Peter Tauber hatte versichert, schon vor Beginn der Klausur sei klar, "dass die beiden Unionsparteien gemeinsam in den Wahlkampf ziehen".

Darüber herrschte wegen des Zerwürfnisses von Merkel und Seehofer zuletzt allerdings in beiden Parteien Unsicherheit. Seehofer drohte Merkel zwischenzeitlich sogar mit Verfassungsklage.

Tauber zufolge wird die Arbeitstagung von "preußischer Disziplin und bayerischer Geradlinigkeit" geprägt sein. Für sechs Themen sollen Leitlinien entwickelt werden: Europa, Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Digitalisierung, Zusammenhalt der Gesellschaft und Migration. Beschlüsse werden nicht gefasst, es wird auch keine Papiere oder Erklärungen geben. Seehofer und Merkel wollen sich zum Abschluss der Tagung am Samstag gemeinsam öffentlich äußern.

Zum Teilnehmerkreis in Potsdam gehören neben Merkel, Seehofer und Tauber die jeweils fünf stellvertretenden Parteivorsitzenden sowie CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, Bayerns Staatskanzleichef Marcel Huber und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (beide CSU), CSU-Grundsatzkommissionsleiter Markus Blume, Kanzleramtsminister Peter Altmaier, Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU), die CDU-Ministerpräsidenten Annegret Kramp-Karrenbauer, Stanislaw Tillich und Reiner Haseloff sowie Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) und die CSU-Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt.

Mehr zum Thema

Kommentare

Meistgelesen

Neuer Erdogan-Song: „Extra 3“ befeuert Türkei-Streit
Neuer Erdogan-Song: „Extra 3“ befeuert Türkei-Streit
Identität des London-Täters geklärt - Mehrere Festnahmen 
Identität des London-Täters geklärt - Mehrere Festnahmen 
Wahl 2017 in den Niederlanden: Ab wann gibt es heute Ergebnisse?
Wahl 2017 in den Niederlanden: Ab wann gibt es heute Ergebnisse?
100 Prozent der Stimmen: Martin Schulz ist neuer SPD-Chef
100 Prozent der Stimmen: Martin Schulz ist neuer SPD-Chef
Wahl 2017 in den Niederlanden im Ticker: Ministerpräsident Rutte hängt Wilders ab
Wahl 2017 in den Niederlanden im Ticker: Ministerpräsident Rutte hängt Wilders ab