Treffen mit Merkels Ministerin

Bidens Mann fürs Klima besucht Deutschland - Flammender Appell „letzte, beste Hoffnung“

John Kerry und Papst Franziskus schütteln sich bei einem Treffen im Vatikan die Hände.
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Am Samstag der Papst am Montag Berlin - John Kerry ist auf Europareise.

Das Thema Klimaschutz hält Angela Merkels Regierung in Atem: Am Montag kommt Joe Bidens Klima-Beauftragter John Kerry nach Berlin. Er fordert Taten.

Update vom 18. Mai, 19.20 Uhr: Die Erderwärmung sei „eine gigantische Herausforderung“, warnt der US-Klimaschutzgesandte John Kerry bei seinem Besuch in Berlin. Der Abgesandte des US-Präsidenten Joe Biden traf in Berlin Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und mehrere Politiker der Opposition. Das Ziel: Einen gemeinsamen Weg bei der Bekämpfung der Erderwärmung finden.

John Kerry: „Letzte, beste Hoffnung“ - Klimaschutz soll in den USA wichtiger werden

Bei seinem Besuch verwies Kerry auf die Versäumnisse der abgewählten Trump-Regierung*. Der ehemalige Präsident habe „den Rat der Wissenschaft ignoriert“, so der 77-Jährige. Der US-Politiker verwies darauf, dass nur die globale Zusammenarbeit die Erderwärmung verlangsamen werde - und nahm dabei auch die größten CO2-Emittenten in die Pflicht. Für seinen Appell wählte Kerry dramatische Worte. Beim Kampf gegen den Klimawandel sei die Weltklimakonferenz COP26 im November in Glasgow die „letzte, beste Hoffnung“, um die Trendumkehr zu schaffen. Die USA gehört zu den Nationen mit den höchsten Treibhausgasemissionen weltweit.

Während seines Berlin-Besuchs sprach der US-Klimaschutzgesandte John Kerry mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Der Sozialdemokrat warb für ein Eckpunktepapier, in dem der SPD-Kanzlerkandidat die Idee eines „internationalen Klimaclubs“ anregt. Darin sollten sich diejenigen Staaten zusammenschließen, die beim globalen Klimaschutz vorangehen wollten. Am Nachmittag traf Kerry Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und FDP-Chef Christian Lindner. Schon am Montag tauschten sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der US-Sondergesandte in Berlin aus.

Update vom 17. Mai, 13.45 Uhr: Am frühen Abend wird der US-Klimabeauftragte John Kerry in Berlin eintreffen - Joe Bidens wichtigster klimapolitischer Vertreter wird dann nicht nur Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) treffen, sondern auch CDU-Chef Armin Laschet. Das hat Laschet am Mittag bei einer Pressekonferenz mitgeteilt. Der Kanzlerkandidat der Union* äußerte mit Blick auf das Treffen auch eine europapolitische Forderung: Die EU brauche einen „starken Gegenpart“ für den US-Klimabeauftragten. Im Sinn hat Laschet offenbar einen neuen EU-Vertreter für das Thema Klima.

Bidens Mann fürs Klima: Kerry besucht Deutschland - Papst-Kracher im Gepäck?

Erstmeldung: Berlin/Washington - Joe Bidens* US-Klimaschutzbeauftragter John Kerry kommt am Montag (17. Mai) nach Deutschland. Am späten Nachmittag soll Kerry in Berlin landen - und im Anschluss mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zu einem persönlichen Treffen zusammenkommen.

Dabei wird es nach Ministeriumsangaben um den globalen Kampf gegen den Klimawandel gehen, konkret auch um die Frage, wie es gelingen kann, Länder wie Russland, China oder Südafrika zu höheren Klimazielen zu verpflichten*. Auch die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit in den Bereichen Klima und Energie soll bei den Gesprächen eine Rolle spielen.

Erst am Wochenende deutete Kerry zudem einen zumindest symbolpolitischen Kracher für den Klimagipfel Ende des Jahres in Glasgow an: Nach seinen Informationen könnte Papst Franziskus das Klimatreffen besuchen. „Ich denke, dass seine Stimme wichtig sein wird, auf dem Weg zur und bei der Glasgow-Konferenz, die er, glaube ich, hoffentlich, besuchen will“, sagte der US-Demokrat nach einem Treffen mit dem Pontifex am Samstag. Die Erzdiözese Glasgow twitterte daraufhin, Franziskus wolle zum Gipfel nach Glasgow reisen.

John Kerry in Deutschland: Biden-Regierung will Taten sehen - reihenweise Klimagespräche im Jahr 2021

Doch bis dahin dauert es noch ein knappes halbes Jahr. Ein Schwerpunkt der internationalen Klimaberatungen in der kommenden Woche ist das digitale Umweltministertreffen der G7-Staaten unter britischem Vorsitz. An den Beratungen der Minister am kommenden Donnerstag und Freitag nimmt neben Kerry und der deutschen Umweltministerin auch der britische Umweltminister George Eustice teil.

Die virtuelle Tagung dient der Vorbereitung der Weltbiodiversitätskonferenz im chinesischen Kunming, die für Oktober angesetzt ist. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wollen die Umweltminister der G7-Staaten, zu denen auch Frankreich, Italien, Kanada und Japan gehören, über eine gemeinsame Linie beim Schutz der globalen Artenvielfalt beraten.

Beim Klimagipfel „One Planet Summit“ in Paris hatte sich Deutschland Anfang des Jahres verpflichtet, gemeinsam mit anderen Staaten, bis 2030 jeweils 30 Prozent der Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen. Dieses globale Ziel, dem sich bereits mehr als 50 Staaten verpflichtet haben, soll voraussichtlich im Oktober in Kunming verabschiedet werden. Die USA machen aktuell Druck, ambitionierte Klimapläne auch einzuhalten. Die Bundesrepublik hatte zuletzt das Klimagesetz nachgeschärft - zum Unwillen der Vermieter im Land.

Kerry macht Druck beim Klima: Brasilien und Bolsonaro im Fokus

Kerry hatte Ende der Woche Brasilien beim Kampf gegen den Klimawandel und zum Erhalt des Amazonasgebiets in die Pflicht genommen. „Brasilien ist eine der zehn größten Volkswirtschaften der Welt und eine regionale Führungsmacht, das Land hat eine Verantwortung zu führen“, sagte Kerry der brasilianischen Zeitung Folha de S. Paulo am Donnerstagabend US-Zeit.

Man beobachte die Maßnahmen, die die Regierung von Präsident Jair Bolsonaro* beim virtuellen Klimagipfel von US-Präsident Joe Biden versprochen hat. „Den Worten müssen kurzfristig konkrete Taten folgen.“ Brasilien würde die illegale Abholzung bis 2030 beenden, hatte Bolsonaro versprochen.

Vorläufige Zahlen des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (Inpe) zeigten aber, dass im brasilianischen Amazonas-Gebiet im April 581 Quadratkilometer gerodet wurden - 43 Prozent mehr als im April 2020. Brasilien verfügt mit einem Anteil von der Größe Westeuropas über einen großen Teil des Amazonasgebiets, das als CO2-Speicher gilt*. Dem südamerikanischen Land wird deshalb eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz zugeschrieben. (dpa/fn) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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