Oberhausen und Bonn gehen an CDU

Kommunalwahlen in NRW: SPD erleidet herbe Verluste

+
Auch er hat verloren: Reinhard Paß, der Amtsinhaber und SPD-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters, muss noch einmal in eine Stichwahl.

Düsseldorf - Und plötzlich kann die CDU wieder Großstadt: Nach Niederlagen bei Kommunalwahlen quer durch die Republik verzeichnet die Union in Nordrhein-Westfalen jetzt Erfolge.

Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen hat die CDU nach vielen Rückschlägen wieder Erfolge in Großstädten erzielt. Die SPD von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft musste teils herbe Verluste einstecken.

So wird die CDU in Oberhausen und Bonn künftig den Oberbürgermeister stellen - nach jahrzehntelanger SPD-Dominanz. Im Gegenzug eroberte die SPD allerdings die Chefsessel in Leverkusen und im Kreis Herford. "Aus SPD-Sicht gibt es Licht und Schatten", sagte Kraft am Abend. CDU-Landeschef Armin Laschet sah "Rückenwind" für seine Partei für die Landtagswahl im Mai 2017.

In Essen geht die CDU mit einem deutlichen Vorsprung ihres Kandidaten in die Stichwahl in zwei Wochen. Auch in Bochum kommt es zu einer Stichwahl.

Die Wahlbeteiligung war ausgesprochen gering. Vielerorts gaben weniger als 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Gewählt wurden Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte in knapp der Hälfte aller Kommunen in Nordrhein-Westfalen.

In Oberhausen verloren die Sozialdemokraten nach fast 60 Jahren den OB-Posten. CDU-Kandidat Daniel Schranz entschied die Wahl mit 52,5 Prozent der Stimmen klar für sich. Sein SPD-Konkurrent Apostolos Tsalastras lag mit 37,7 Prozent weit dahinter, wie die Stadt mitteilte.

Auch in der früheren Bundeshauptstadt Bonn musste sich die SPD der CDU geschlagen geben und verlor nach fast 21 Jahren das OB-Amt. Hier holte der indischstämmige CDU-Kandidat Ashok-Alexander Sridharan mit 50,06 Prozent der Stimmen knapp die nötige Mehrheit. Der SPD-Kandidat Peter Ruhenstroth-Bauer kam lediglich auf 23,7 Prozent, der Grünen-Bewerber Tom Schmidt auf 22,1 Prozent.

Durch die Wahl des Mannes mit indischen Wurzeln wird erstmals ein CDU-Politiker mit Migrationshintergrund Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt. Er folgt auf Jürgen Nimptsch (SPD), der seit 2009 regiert hatte und nicht mehr zur Wahl angetreten war.

In Leverkusen setzte sich dagegen der SPD-Kandidat Uwe Richrath mit 51,2 Prozent gegen den amtierenden CDU-Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn durch, der lediglich 29,8 Prozent holte. In Münster verteidigte Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) sein Amt mit 50,6 Prozent der Stimmen gegen SPD-Mann Jochen Köhnke (23,8 Prozent).

dpa

Kommentare

Meistgelesen

Umfrage zur Bundestagswahl: SPD verliert deutlich - Merkel im Aufwind
Umfrage zur Bundestagswahl: SPD verliert deutlich - Merkel im Aufwind
Facebook bestätigt: Regierungen versuchen Manipulationen
Facebook bestätigt: Regierungen versuchen Manipulationen
Neuer PISA-Report: Was klappt an unseren Schulen und was nicht?
Neuer PISA-Report: Was klappt an unseren Schulen und was nicht?
Einzelzelle in Stammheim: So ergeht es dem BVB-Attentäter im Gefängnis
Einzelzelle in Stammheim: So ergeht es dem BVB-Attentäter im Gefängnis
Trump droht Nordkorea - und schickt Flugzeugträger dann in die Irre
Trump droht Nordkorea - und schickt Flugzeugträger dann in die Irre