Ex-Außenminister zu Ukraine-Konflikt

Genscher für „verbale Abrüstung“

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War lange Jahre das Gesicht der deutschen Außenpolitik: Hans-Dietrich Genscher (FDP). 

Berlin - Der langjährige Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) hat dem Westen eine „verbale Abrüstung“ im Konflikt mit Russland um die Ukraine empfohlen.

„Wer sich als Sieger des Kalten Krieges sieht und geriert, läuft Gefahr, den Boden für einen neuen Kalten Krieg zu bereiten“, warnte Genscher in einem Beitrag für das „Handelsblatt“ (Donnerstag). Zugleich lobte er Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) für ihre Bemühungen, den Gesprächsfaden zu Russland nicht abreißen zu lassen.

Genscher mahnte, statt Konfrontation wieder den Dialog mit Russland zu suchen. „Stabilität in und für Europa gibt es nur mit Russland und nicht ohne und erst recht nicht gegen Russland.“ Die Politik müsse „mit neuem Denken“ und der Besinnung auf frühere Erfolge einen neuen Anfang wagen.

Der 87-Jährige erinnerte auch an den Vorschlag des Kremlchefs Wladimir Putin für eine europäische Freihandelszone, der auch Russland angehört. „Warum schaffen wir nicht einen gemeinsamen Wirtschaftsraum, der die Europäische Union und Russland einschließt?“

dpa

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