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Nato-Pläne Finnlands: Russland verlegt wohl zerstörerische Waffe an Grenze - und droht mit Atomwaffen

Das mobile Küstenverteidigungs-Ratketensystem K 300P während eines militärischen Trainings in Wladiwostock im Jahr 2019.
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K 300P heißt das mobile Küstenverteidigungs-Raketensystem, das in dem Video in Richtung finnische Grenze fährt.

Finnland will bei seinen Plänen für den Nato-Beitritt Fahrt aufnehmen - reagiert Russland bereits? Ein im Internet kursierendes Video soll russisches Militär auf dem Weg zur finnischen Grenze zeigen.

Moskau - Ein von dem Open Source Netzwerk „OsintMon“ veröffentlichtes Video soll zeigen, wie das russische Militär schwere Kriegsgeräte - darunter zwei mobile Raketensysteme K-300P Bastion - in Richtung der finnischen Grenze bringt. Eine Reaktion auf die Beitrittspläne Finnlands zur Nato?

Nach Putins Warnung vor Nato-Beitritt: Bewegung in Richtung finnische Grenze

Russische Streitkräfte sollen in der Nähe der Stadt Vyborg in der Region Leningrad mit der Verlegung von Militär-Ausrüstung begonnen haben. In dem (bisher noch nicht offiziell verifizierten) Aufnahmen ist zu sehen, wie ein Militärkonvoi an einem Verkehrsschild mit der Aufschrift Helsinki vorbeifährt. Bei dem Raketensystem im Video handelt es sich wohl um das Küstenverteidigungs-Raketensystem K-300P Bastion, mit dem von Schiffen bis hin zu Flugzeugträgern fast alles zerstört werden kann.

Die Aufnahmen sollen der britischen Zeitung Daily Mail zufolge nur wenige Stunden, nachdem der Wladimir Putin* die finnische Regierung vor einem Nato-Beitritt gewarnt hatte, entstanden sein. Finnland stellt sich auf Reaktionen Russlands für den Fall eines Nato-Beitritts bereits ein*.

Video: Bald Nato-Beitritt? Schweden und Finnland wollen sich eng abstimmen

Derweil twitterte Kyiv Independent am Donnerstagvormittag, Russland drohe gar mit der Stationierung von Atomwaffen im Baltikum, falls Schweden und Finnland der Nato beitreten würden. Das Medium zitiert Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates. Demnach müsse Moskau seine Verteidigung in der Region verstärken - von einem atomwaffenfreien Baltikum könne „keine Rede mehr sein“.

Nato-Beitritt in Finnland soll schnell entschieden werden: „Innerhalb von Wochen“, so Marin

Marin hat bei ihrem Besuch in Schweden vor wenigen Tagen angekündigt, dass sie „innerhalb von Wochen“ mit einer Entscheidung über eine Nato-Mitgliedschaft Finnlands rechne*. Russlands Einmarsch in die Ukraine habe alles verändert. Ihre Regierung legte dem Reichstag in Helsinki kurz darauf eine umfassende Sicherheitsanalyse vor, die als Grundlage für eine parlamentarische Debatte über die Nato-Frage dienen soll. Schon kommende Woche soll sich das Parlament damit befassen.

Ohne sich ausdrücklich für oder gegen einen Aufnahmeantrag auszusprechen, machte Marin klar, dass es keine andere Sicherheitslösung gebe, die mit einer Mitgliedschaft in dem Militärbündnis vergleichbar sei. „Der Nato-Artikel 5* bietet eine umfassende Sicherheit. Die Nato hat auch gemeinsame Übungen und eine gemeinsame Verteidigungspolitik“, so die Ministerpräsidentin. Es gebe kein System, das dieselben Sicherheitsgarantien wie die Nato biete.

Schweden spielt ebenfalls mit dem Gedanken des Nato-Beitritts: Aber Andersson zögert noch

Auch Schweden diskutiert den Nato-Beitritt, die Diskussion ist hier allerdings noch nicht so weit vorangeschritten wie in Finnland. Man warte eine eigene sicherheitspolitische Bewertung ab, die bis Ende Mai veröffentlicht werden soll. Nachdem der Beitritt in der Vergangenheit mehrheitlich abgelehnt wurde, habe sich die Parteiführung von Anderssons regierenden Sozialdemokraten nun aber bereits auf den Beitritt festgelegt, so die Zeitung Svenska Dagbladet. Anderssons Ziel sei es, den entsprechenden schwedischen Antrag auf dem Nato-Gipfel Ende Juni in Madrid einzureichen, wird berichtet.

Die Regierungschefin bestätigte den Bericht bislang nicht. Man müsse die Situation dahingehend analysieren, was am besten für Schwedens Sicherheit und die Bevölkerung sei, sagte sie auf entsprechende Fragen. Zweifel sähen wohl auch die russischen Drohungen und Warnungen*: Zuletzt warnte der frühere russische Präsident Dmitrij Medwedew auch die Nato vor einem Beitritt Schwedens und Finnlands in das Militärbündnis: Die beiden Länder seien nun „offiziell Gegner Russlands“, berichtet der Spiegel. (dpa/mvz) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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