Ukraine-Krieg

Energiekrise: Turbine für Nord Stream 1 immer noch in Deutschland – Funkstille in Russland

Deutschlands Energiepartnerschaft mit Katar scheitert offenbar. Die Turbine für Nord Stream 1 befindet sich weiterhin in der Bundesrepublik: die Energiekrise im News-Ticker.

Update vom Montag, 8. August, 11.45 Uhr: Die in Kanada gewartete Turbine der Gaspipeline Nord Stream 1 befindet sich weiterhin in Deutschland. Zuletzt gab es vermehrt Verwirrung um den Aufenthaltsort. Es gebe noch ausstehende Diskussionen, ob sie verschifft werden könne, sagte Siemens Energy-Chef Christian Bruch am Montag. Man sei allerdings auf Informationen aus Russland angewiesen, betonte er. Seit Juni 2022 hat Russland die Gaslieferungen über Nord Stream 1 zurückgefahren.

Die Turbine für die Gaspipeline Nord Stream 1 befindet sich immer noch in Deutschland.

Update vom Sonntag, 7. August, 10.12 Uhr: Während die Energiepreise für Verbraucher zunehmend steigen, profitieren Energieunternehmen von den hohen Preisen durch den Ukraine-Krieg. Immer mehr Menschen fordern daher eine Übergewinnsteuer, durch die übermäßige Krisengewinne von Unternehmen abgeschöpft werden können. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Siegfried Russwurm, lehnt diesen Vorschlag deutlich ab. Der bürokratische Aufwand sei viel zu hoch und Gewinne seien ohnehin hoch besteuert. „Klüger wäre es, die staatlichen Ursachen für hohe Preise anzugehen“, so Russwurm.

Energie-Krise: Habecks Energiepartnerschaft mit Katar ist geplatzt

Update vom Samstag, 06. August, 16.25 Uhr: Der Gas-Deal mit Katar ist geplatzt. Im März reiste der Grünen-Chef Robert Habeck nach Doha, um dort mit Scheichs über eine Energiepartnerschaft zu sprechen – zunächst sag es nach einem Erfolg aus: „Großartigerweise“ sei eine Energiepartnerschaft fest vereinbart worden, verkündete Habeck nach seiner Reise. Der Gas-Deal mit Katar soll jedoch geplatzt sein, berichtet der Merkur.

 „Die Kataris haben sich entschieden, kein gutes Angebot zu machen“, soll der Wirtschaftsminister auf seiner Sommertour gesagt haben. „Und die Unternehmen, mit denen ich damals da war, haben sich im Moment woanders Gas besorgt.“ Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Äußerungen von Habeck weder kommentiert noch bestätigt. Auch ist unklar, wie lange Habeck bereits weiß, dass Deal geplatzt ist.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums ist die Bundesregierung aktuell mit zahlreichen Ländern im Austausch, die vorübergehend Gas oder Wasserstoff liefern könnten. Darunter etwa Norwegen, Kanada und die USA. Der Füllstand der deutschen Erdgasspeicher liegt momentan bei etwas mehr als 70 Prozent.

Energie-Krise: Gazprom fackelt Gas an Pipeline Nord Stream 1 ab

St. Petersburg – Während Russland weiterhin strikt behauptet, dass die reparierte Siemens-Turbine nicht eingesetzt und somit weniger Gas nach Deutschland geliefert werden kann, lassen Aufnahmen von einem Gazprom-Gelände nun anderes erahnen: Offenbar fackelt der Gas-Riese gezielt Teile des Gases, das eigentlich in die Bundesrepublik geliefert werden soll, an den Turbinen-Stationen bei Sankt Petersburg ab.

Dies zeigen Fotos, die von der finnischen Nachrichtenseite Yle veröffentlicht wurden und inzwischen auf Twitter kursieren. Auch welt.de berichtet über die Aufnahmen. Ein Foto, welches von finnischer Seite aufgenommen worden sein soll, zeigt eine meterhohe Stichflamme, die über Kilometer hinweg gesehen werden konnte.

Derzeit lässt sich die Echtheit der Aufnahmen nicht verifizieren, jedoch sprechen auch Daten der Nasa für die Theorie: Daten der US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft zeigen, dass regelmäßig größere Feuer auf dem Gelände der Nord-Stream-1-Station zu sehen sind – allerdings erst seitdem Liefermengen für Deutschland von Gazprom gedrosselt wurden. (nak/tt/tu mit dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen / dpa

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