BKA-Ermittler erschrocken

Edathy-Affäre: "Es gibt Zufälle..."

Berlin - Das Sprichwort "Man sieht sich immer zweimal im Leben" scheint im Fall eines BKA-Ermittlers zuzutreffen. Wie er das allerdings im Zusammenhang mit der Edathy-Affäre erklären will?

Der Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Edathy-Affäre hat einen Beamten des Bundeskriminalamtes (BKA) vernommen, der mit dem früheren SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy erst als Zeuge und dann als Ermittler zu tun hatte. Christian Hoppe war von Edathy 2012 im NSU-Untersuchungsausschuss ausgiebig befragt worden. Er musste damals im Bundestag Rede und Antwort stehen, weil er und andere Ermittler den rechtsextremen Hintergrund der Morde des NSU-Trios lange Zeit nicht bemerkt hatten. Später leitete Hoppe dann die BKA-Abteilung, die wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie gegen den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten ermittelte.

„Es gibt Zufälle, die kann man nur schwer erklären“, sagte der BKA-Beamte am Mittwoch vor dem Edathy-Untersuchungsausschuss. Als er im Oktober 2013 von einer Mitarbeitern von dem Verdacht gegen Edathy erfahren habe, sei ihm zuerst der Gedanke durch den Kopf gegangen, „das glaubt mir ja keiner“. Edathy hatte den Untersuchungsausschuss zur Mordserie des NSU geleitet. Vor dem Ausschuss zur sogenannten Edathy-Affäre soll der seit Februar abgetauchte Ex-Politiker am 18. Dezember als Zeuge gehört werden. Der Ausschuss soll aufklären, welche Politiker wann von dem Verdacht gegen Edathy gewusst hatten.

dpa

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