Moskau

Russland: Reaktionen auf Annexion verschärfen sich – Ukraine verkündet militärische Erfolge

Wladimir Putin hat am Freitag die Annexion ukrainischer Regionen verkündet. International verschärfen sich die Reaktionen auf das Vorgehen Russlands.

+++ 6.50 Uhr: Wenige Stunden nach der Annexion mehrerer Gebiete durch Russland hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Erfolge seiner Armee im Osten des Landes verkündet. „Jeder hat gehört, was in Lyman passiert“, sagte Selenskyj in einer Videoansprache in der Nacht zum Samstag mit Blick auf die strategisch wichtige Kleinstadt im gerade erst von Moskau einverleibten Gebiet Donezk. Zuvor hatte bereits der Donezker Besatzungschef Denis Puschilin die fast komplette Einschließung russischer Truppen in Lyman durch ukrainische Soldaten eingestanden.

Mehr als sieben Monate nach Kriegsbeginn hatte Russlands Präsident Wladimir Putin am Freitag neben Donezk auch die ukrainischen Gebiete Luhansk, Cherson und Saporischschja annektiert. International wird dieser völkerrechtswidrige Schritt nicht anerkannt. Unmittelbar nach der Annexion der vier Gebiete seines Landes kündigte Selenskyj an, einen beschleunigten Beitritt der Ukraine zur Nato beantragen zu wollen. „Faktisch haben wir unseren Weg in die Nato schon beschritten“, sagte er. „Heute stellt die Ukraine den Antrag, um es auch de jure zu tun“, fügte er hinzu.

Nach der Annexion von vier ukrainischen Gebieten durch Russland hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Erfolge seiner Armee im Osten des Landes verkündet.

Russland: Reaktionen auf Annexion verschärfen sich – Neue Sanktionen angekündigt

+++ 21.15 Uhr: „Für die Ukraine ändert sich nichts: Wir befreien weiterhin unser Land und unser Volk und stellen unsere territoriale Integrität wieder her“, reagiert Dmytro Kuleba, der Außenminister der Ukraine in Bezug auf die Annexion durch Russland. Über den Kurznachrichtendienst Twitter schrieb der 41-Jährige, dass Putin versuche, Gebiete zu annektieren, die er noch nicht mal physisch unter Kontrolle habe.

Unterdessen folgen die ersten internationalen Konsequenzen auf die Annexionen des Kremls. Die G7-Staaten: USA, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und des Vereinigten Königreichs, sowie die EU kündigten weitere Sanktionen gegen „politische oder wirtschaftliche Unterstützer“ der jüngsten russischen Aktionen an, wie CNN schreibt.

Russland im Kreuzfeuer der Sanktionen: Internationale Gemeinschaft reagiert auf Annexion von Putin

Als Reaktion auf die Annexion von ukrainischen Gebieten, hat Großbritannien angekündigt, Sanktionen und Exportverbote zu verhängen, das teilte die britische Regierung am Abend mit. Kanada hat indes Sanktionen gegen 43 russische Oligarchen und deren Familien verhängt, wie das ukrainische Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtet.

News im Ukraine-Krieg: Nato-Generalsekretär spricht von „schärfster Eskalation seit Kriegsbeginn“

+++ 20.07 Uhr: Nachdem Wladimir Putin am Nachmittag die Annexion der vier ukrainischen Regionen verkündet hat, verschärfen sich international die Reaktionen auf das Vorgehen Russlands. Nato-Generalsekretär Stoltenberg sagte vor Medienvertretenden in Brüssel am Abend, dass es sich bei Putins Landraub um „die schärfste Eskalation seit dem Beginn des Krieges“ handele. Er verurteilte, dass sich Putin auf ein „nukleares Säbelrasseln“ eingelassen hab und bekräftigte die „unerschütterliche Unterstützung“ der Nato für die Ukraine. „Nichts davon zeugt von Stärke. Es zeigt Schwäche“, betonte der Norweger in Brüssel, wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt.

Informationen stammen direkt aus dem Livestream von Phönix vor Ort.

Moskau in Feiertrubel: Putin verglich „westliche Eliten“ mit Joseph Goebbels

+++ 15.50 Uhr: Die „Zeremonie“ im Kremlpalast und die Unterzeichnung der Annexionspapiere sind beendet. Zentraler Bestandteil der Annexions-„Zeremonie“ im Kreml war die Rede von Staatschef Wladimir Putin. Der Machthaber aus Moskau griff in dieser vor allem den „Westen“ an. Er warf ihm unter anderem eine anti-russische Haltung vor und verglich „westliche Eliten“ mit Joseph Goebbels, dem Propagandaleiter unter Adolf Hitler.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt. © BULENT KILIC/afp
Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp
Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz in der Bundeswehr.
Am 21. Juni treffen die ersten schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine ein. Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr. Sie sieht aus wie ein riesiger Kampfpanzer und kann Ziele in 40 Kilometern Entfernung treffen.  © Sven Eckelkamp/Imago
bombardiert die russische Luftwaffe ein Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Krementschuk
Am 27. Juni bombardiert Russland ein Einkaufszentrum im 100 Kilometer von der Frontlinie entfernten Krementschuk. Zum Zeitpunkt des Angriffs befinden sich laut ukrainischen Angaben etwa 1000 Menschen in dem Gebäude, mindestens achtzehn Menschen werden getötet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnet die Attacke als „absoluten Horror“.  © STR/afp
Dieses Satellitenbild von Maxar Technologies zeigt einen Überblick über die Schlangeninsel im Schwarzen Meer.
Nach wiederholten ukrainischen Angriffen zieht sich das russische Militär Ende Juni von der Schlangeninsel südlich von Odessa zurück. Russland spricht von einem „Zeichen des guten Willens“. Die Die Ukraine feiert die Rückeroberung dagegen als Sieg. „KABOOM! Keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel“, schreibt der Leiter des Präsidialamts, Andrij Jermak, auf Twitter. „Unsere Streitkräfte haben großartige Arbeit geleistet.“ © dpa
In der Nacht auf den 29. Juli brannte nach einer Explosion ein Gefängnis in Oleniwka, in der von pro-russischen Separatisten besetzten Donezk-Region, aus.
In der Nacht auf den 29. Juli kommen bei einem Angriff auf ein Gefängnis in Oleniwka in der Donezk-Region Dutzende ukrainische Kriegsgefangene ums Leben. Der ukrainische Generalstab beschuldigt Russland, damit Folter von Gefangenen und Hinrichtungen verschleiern zu wollen. Prorussische Separatisten hingegen bezichtigten die Ukraine, für den Angriff verantwortlich zu sein © afp
Auf dem Gelände des Militärflugplatzes Saki nahe Nowofjodorowka kommt es zu heftigen Explosionen.
Am 9. August erschüttern mehrere Explosionen eine russische Luftwaffenbasis auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim. Mehrere Flugzeuge werden zerstört. Eine Woche später detoniert auf der Krim ein russisches Munitionslager. Rusland spricht von einem „Sabotageakt“. © dpa
Dieses Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja.
Das Atomkraftwerk Saporischschja ist schwer umkämpft. Das Artilleriefeuer lässt international die Angst vor einer Atomkatastrophe steigen. Am 25. August wird das AKW erstmals in seiner Geschichte vom Stromnetz getrennt. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des Kraftwerksgeländes und der Umgebung vor. © Planet Labs Pbc/dpa
Rauch steigt über einem Feuer in einem Naturschutzgebiet in der Nähe der Stadt Mykolajiw nach einem Beschuss durch die Streitkräfte der Ukraine auf.
Am 29. August gelingt den ukrainischen Truppen an mehreren Stellen in der Oblast Cherson ein Vorstoß über feindliche Frontlinien. Das russische Verteidigungsministerium bestätigt eine ukrainische Offensive bei den von Russland besetzten Gebieten in der Oblast Cherson und der Oblast Mykolajiw. © Kherson Region Emergency Service/Imago
Einheiten der ukrainischen Streitkräfte sind in der Region Charkiw unterwegs.
Im September erobert die Ukraine im Zuge ihrer Gegenoffensive in der Oblast Charkiw die strategisch bedeutsamen Städte Kupjansk und Isjum von Russland zurück und durchbricht die Frontlinie an mehreren Stellen.  © Imago
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.  © YASUYOSHI CHIBA/afp
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt.
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt. © GENYA SAVILOV/afp
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.  © afp

Annexion durch Russland: Rede von Putin weniger brisant als erwartet

Größere Ankündigungen oder Hinweise auf neue Einschränkungen in Russland verkündete Putin nicht. Auch in Bezug auf den Ukraine-Krieg hat Putin keine größeren Neuerungen bekannt gegeben. Im Anschluss an die Rede von Putin und der Unterzeichnung der Annexionspapiere folgen nun „Feierlichkeiten“ auf dem roten Platz in Moskau.

+++ 15.00 Uhr: Es treten die vier Vertreter der ukrainischen Gebiete nach vorne. Nachdem Putin selbst die Papiere zur Annexion unterzeichnet, folgen die Unterschriften der Vertreter. Somit ist die Annexion vollzogen, es folgt noch eine obligatorische Überprüfung der Annexion in Russland.

Faktisch ist die Annexion der Regionen vollzogen. Putin steht mit den vier Vertretern vor dem Publikum zur Nationalhymne gerade, der gesamte Saal hat sich hierfür erhoben.

+++ 14.58 Uhr: Die Freiheit von gleichgeschlechtlichen Beziehungen, sowie die Anerkennung von Trans-Identitäten, die im „Westen“ vorherrschen, spricht Putin in seiner Propagandarede an. „Mittlerweile kann man sich operativ das Geschlecht aussuchen, sowas wollen wir hier nicht“, so der russische Machthaber.

Rede von Putin: Im Kreml werden „westliche Eliten“ mit Goebbels verglichen

+++ 14.55 Uhr: In seiner Rede wird Putin immer ausfallender, gegenüber dem „Westen“. So wirft er den Politikern des „Westens“ reine Propaganda vor. Hierbei vergleicht er die „westlichen Eliten“ mit Reden von Goebbels. Diese Propaganda würde den Menschen allerdings keine Wärme bringen, so der Machthaber in Moskau.

+++ 14.45 Uhr: Putin spricht von einem „Kolonialismus des Westens“ gegenüber Russland. Er wirft den „westlichen Eliten“ eine Diskriminierung von Menschen vor. In der Folge zählt der russische Machthaber eine Vielzahl der kolonialen Verbrechen des Westens aus dem 20. Jahrhundert auf. Den um sich greifenden Neoliberalismus setzt Putin kurzerhand mit Rassismus aus dem Westen gleich.

  • Annexion von Gebieten in der Ukraine
  • Gebiete: Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja
  • Moskau: „Zeremonie zur Unterzeichnung der Verträge“ beginnt um 15 Uhr (Ortszeit) im Kreml. (14 Uhr nach mitteleuropäischer Sommerzeit)
  • Roter Platz: Anschließend soll es eine große Feier in Moskau geben.
  • Quelle: Tagesschau

Er inszeniert Russland als ein offenes, diskriminierungsfreies Land. Immer wieder verweist der Machthaber auf die angeblich freien Entscheidungen der Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson. Bisher wirkt Putins Propagandarede wie eine beliebige Aneinanderreihung an Vorwürfen gegen den Westen. Der Ex-KGB-Agent wirft dem „Westen“ unter anderem Menschenversuche in der Ukraine vor, ohne dass es jegliche Beweise für solche Taten geben würde. Auch die Explosion an der Gaspipline Nord Stream 1, rechnet Putin dem „Westen“ zu.

Russland annektiert Gebiete der Ukraine: „Wir rufen die Vertreter der Ukraine auf, an den Verhandlungstisch zu kommen“

+++ 14.35 Uhr: Im Kreml ruft Putin die Ukraine auf, den Krieg gegen Russland zu beenden. Der Machthaber von Russland nutzt die Ergebnisse der Scheinreferenden als Bestätigung hierfür. „Wir rufen die Vertreter der Ukraine auf, an den Verhandlungstisch zu kommen“, sagte Putin.

In seiner Rede wendet sich Putin an die Familien der Soldaten der „Sonder-Operation“ in der Ukraine. Er spricht davon, dass viele freiwillig ihre patriotische Pflicht wahrnehmen würden. Zuletzt kam es in der Folge der Teilmobilmachung immer wieder zu Protesten. Viele Russinnen und Russen haben auch das Land verlassen, um dem Dienst an der Front zu entgehen.

+++ 14.25 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin ist vor das Publikum im Kreml getreten. Mit fast 20 Minuten Verspätung beginnt der Präsident seine Rede in Moskau.

Zu Beginn verweist Putin auf die Scheinreferenden in den vier Regionen der Ukraine. Er beruft sich kurz danach auf die Selbstbestimmung der Völker nach UN-Recht. Bereits im Vorhinein hatte die UN die Anerkennung der Referenden verneint.

Ukraine-Krieg: Putin lässt sein Publikum warten – Zuvor gab es Kritik aus den eigenen Reihen

Update vom Freitag, 30. September, 14.10 Uhr: Im Kreml wartet das Publikum auf den Beginn der „Feierlichkeiten“ zur Annexion. Der Beginn war eigentlich für 15 Uhr Ortszeit angekündigt. Mit viel Spannung wird von vielen Russinnen und Russen die Rede von Putin vor dem vollbesetzten Kremlpalast erwartet. Viele befürchten, dass der Machthaber weitere Einschränkungen für die russische Bevölkerung verkünden könnte, wie ein ARD-Sprecher berichtet.

Bereits zuvor gab es Kritik an der Veranstaltung. Es sei nicht die Zeit zu feiern, während russische Soldaten im Krieg ihr Leben lassen würden, berichtet die ARD. Im Kreml sind auch hochkarätige Politiker wie der Verteidigungsminister Sergei Shoig im Publikum vertreten.

Update vom Freitag, 30. September, 13.55 Uhr: Während in Moskau die „Feierlichkeiten“ zur Annexion der vier ukrainischen Gebiete um 15 Uhr Ortszeit beginnen soll, häufen sich die Meldungen, dass das russische Militär und seine Verbündeten in zumindest einer der Regionen massive Probleme haben sollen. In Donezk soll die strategisch wichtige Kleinstadt Lyman von Truppen der Ukraine fast vollständig eingeschlossen sein.

Auch der Chef der Donezker Separatisten, Denis Puschilin, hat den militärischen Rückschlag zuletzt bestätigt, wie die dpa schreibt. Das von der Annexion betroffene Gebiet Donezk befindet sich nur etwa zur Hälfte unter russischer Kontrolle.

Erstmeldung vom Freitag, 30. September: Moskau – Lange war es im Gespräch, nun ist es tatsächlich so weit: Wladimir Putin und annektiert vier Regionen vom Staatsgebiet der Ukraine. Während in Moskau alles für eine riesige Feier vorbereitet wird, sind teils noch nicht einmal die Grenzen der Gebiete klar.

Russland beabsichtigt in einem Unterzeichnungsverfahren am Freitag (30. September) die Gebiete Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja in die Russische Föderation einzugliedern. Vorangegangen waren „Scheinreferenden“ in den vier Regionen.

Ukraine-Krieg: Ab 15 Uhr will Russland mit der Annexion beginnen

„Im großen Kremlpalast um 15 Uhr findet die Zeremonie zur Unterzeichnung der Verträge über den Beitritt der neuen Territorien zur Russischen Föderation statt. Sie haben Referenden durchgeführt und sich mit der entsprechenden Bitte an die russische Seite gewandt“, zitiert die Tagessschau den russischen Sprecher Peskow. Jedoch scheinen kurz vor dem Beginn des Verfahrens die Grenzen der Gebiete noch gar nicht festzustehen.

Während die beiden Gebiete im Osten der Ukraine, Luhansk und Donezk, in ihren Grenzen von 2014 annektiert werden sollen, herrscht bei den anderen beiden Ungewissheit im Kreml. Zwei Stunden vor der geplanten Unterzeichnung heißt es von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau, dass er zu den Grenzen von Cherson und Saporischschja nichts sagen kann, wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt. Anders als bei der Annexion der Krim im Jahr 2014, sollen weniger Menschen hinter der Annexion der ukrainischen Gebiete stehen, so die Einschätzung der ARD-Korrespondentin Ina Ruck aus Moskau.

Moskau: Kurz vor geplanter Annexion stehen die Grenzen noch nicht fest

Während sich Russland noch unsicher über die genauen Grenzziehungen scheint, verurteilt der Großteil der westlichen Politikerinnen und Politiker die geplante Annexion. „Wir werden diese vermeintlichen Ergebnisse, wir werden diese Grenzverschiebungen nicht akzeptieren!“, sagte Bundespräsident Steinmeier am Freitag (30. September) zu dem Vorhaben von Russland.

Ebenso deutliche Worte kommen aus dem Vereinten Königreich. „Das Vereinigte Königreich wird niemals den souveränen Willen dieser Menschen ignorieren und wird die Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja niemals als etwas anderes als ukrainisch akzeptieren“, ordnete die britische Premierministerin Liz Truss das Vorhaben in Moskau ein.

Während der „Zeremonie“ wird auch eine Rede von Wladimir Putin erwartet, wie die Tagesschau aus Moskau berichtet. Ob darin weitreichende Ankündigungen zum weiteren Kriegsverlauf vorkommen werden, bleibt abzuwarten. (Lucas Maier)

Während in Moskau gefeiert werden soll, werden russische Rekruten völlig unvorbereitet in den Ukraine-Krieg geschickt.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Medwedew: Patriots in der Ukraine wären „legales Ziel“ für Russland
Medwedew: Patriots in der Ukraine wären „legales Ziel“ für Russland
Medwedew: Patriots in der Ukraine wären „legales Ziel“ für Russland
Russische Verluste im Ukraine-Krieg: Kiew zerstört russischen Raketenkomplex
Russische Verluste im Ukraine-Krieg: Kiew zerstört russischen Raketenkomplex
Russische Verluste im Ukraine-Krieg: Kiew zerstört russischen Raketenkomplex
Ukraine löst Luftalarm im ganzen Land aus - Russland ändert militärisches Grundkonzept
Ukraine löst Luftalarm im ganzen Land aus - Russland ändert militärisches Grundkonzept
Ukraine löst Luftalarm im ganzen Land aus - Russland ändert militärisches Grundkonzept
Putin-Weggefährte schmeißt nach 25 Jahren hin – Neue Position zeigt, wie sehr Sanktionen Russland treffen
Putin-Weggefährte schmeißt nach 25 Jahren hin – Neue Position zeigt, wie sehr Sanktionen Russland treffen
Putin-Weggefährte schmeißt nach 25 Jahren hin – Neue Position zeigt, wie sehr Sanktionen Russland treffen

Kommentare