US-Konzern macht ernst

Twitter gegen Trump: Verliert der US-Präsident bald sein großes Sprachrohr? Follower laufen schon jetzt davon

Sobald Donald Trump nicht mehr US-Präsident ist, könnte das auch das Ende seiner Twitter-Karriere bedeuten. Das Unternehmen könnte seinen Account sperren.

  • Seit der Wahl verliert Donald Trump* zahlreiche Follower auf Twitter.
  • Der designierte US-Präsident Joe Biden* gewinnt hingegen immer mehr Unterstützer hinzu.
  • Dem Spitzenreiter unter den Twitter-Größen können jedoch beide nicht das Wasser reichen.

Washington - Jahrelang schien sie nichts trennen zu können: US-Präsident Donald Trump und der Mikroblogging-Dienst Twitter. Doch bereits vor der Wahl Anfang November kriselte es zwischen dem mächtigsten Mann der Welt und seinem bevorzugten Sprachrohr. Immer wieder kennzeichnete der IT-Konzern Tweets des Präsidenten mit Warn-Hinweisen. Das hielt Trump aber nicht davon ab, weiter krude Behauptungen in die Welt zu setzen. Das könnte sich jedoch bald ändern, wenn am 20. Januar 2021 Joe Biden zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt wird.

Twitter vs. Trump: Account könnte dauerhaft gelöscht werden

Noch hat Donald Trump* den Zusatz „POTUS“ (President of the United States) unter seinem Twitter-Account stehen. Das ändert sich jedoch, wenn Joe Biden sein Amt antritt. Dann geht die Bezeichnung an ihn über. Auch Trumps Ehefrau Melania, sowie Vize-Präsident Mike Pence verlieren ihre Zusätze. Eine Änderung, die wahrscheinlich kaum jemand auffallen dürfte, die aber weitreichende Konsequenzen mit sich bringt. Denn solange Trump noch im Amt ist, genießt auch sein Account besondere Rechte. Von einem Tag auf den anderen wäre jedoch damit Schluss.

Mit seinem Zusatz-Titel könnte Trump aber gleich seinen ganzen Account verlieren, schreibt die South China Morning Post unter Berufung auf die US-Zeitung Newsweek. Twitter will nämlich rigoroser gegen User vorgehen, die wiederholt gegen die Richtlinien des Unternehmens verstoßen. Viele Profile könnten deshalb dauerhaft gelöscht werden - so auch Trumps. Seine wiederholte Verbreitung von Unwahrheiten könnte ihn ganz oben auf die Abschussliste des US-Unternehmens setzen. Laut der Washington Post gibt Trump jeden Tag im Schnitt 50 Lügen oder irreführende Aussagen von sich.

Twitter vs. Trump: Dem US-Präsidenten laufen reihenweise die Follower davon

Ob das ständige Lügen auch der Grund ist, warum Donald Trump reihenweise die Follower den Rücken kehren? Sicher ist, dass seit der verlorenen Wahl vor wenigen Wochen, seine Anhängerzahl auf Twitter immer weiter schrumpft. Allein seit Sonntag (22. November) entfolgten dem US-Präsidenten* 46.000 User. Trump wird es wohl verkraften können. Es gibt immer noch 89 Millionen Menschen die seine Tweets lesen. Da aber Twitter nun auch vermehrt gegen Bot-Accounts - also Profile die von Computern erstellt wurden - vorgehen will, könnte die Zahl noch weiter schrumpfen.

Im Vergleich zu Donald Trump hat Joe Biden noch eine relative geringe Fan-Gemeinde auf Twitter. Ihm folgen gerade einmal 19 Millionen Menschen. Immerhin hat er seit Mittwoch (25. November) 130.000 neue Anhänger gewinnen können. Der absolute König des Blogging-Dienstes ist allerdings Bidens ehemaliger Chef. Ex-Präsident Barack Obama folgen sage und schreibe 126 Millionen User. Damit hängt er sogar Pop-Größen wie Justin Bieber und Katy Perry ab, die es auch auf über 100 Millionen Follower bringen. (tel) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Erst kürzlich unterlief Trump ein weiterer Fauxpas auf Twitter*. Er fiel auf die Behauptungen eines Fake-Accounts rein. Trump nutzt Twitter auch, um ehemalige Mitarbeiter seines Stabs zu begnadigen.

Späte Einsicht im Weißen Haus? Trump stellt eine Amtsübergabe* in Aussicht. Doch noch immer beharrt er auf Wahl-Betrug. Und gerät mit einem Journalisten aneinander.

Rubriklistenbild: © imago images / Arnulf Hettrich

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