Wegen Impfstoffmangel

Impfstoff-Chaos: EU ruft Produzenten zu Geheim-Treffen - „Von Exporten aus den USA abhängig“

Ursula von der Leyen (CDU), Präsidentin der Europäischen Kommission, spricht während einer Pressekonferenz über die Reaktion der EU-Kommission auf Covid-19 im EU-Hauptquartier in Brüssel.
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Ursula von der Leyen (CDU), Präsidentin der Europäischen Kommission, spricht während einer Pressekonferenz über die Reaktion der EU-Kommission auf Covid-19 im EU-Hauptquartier in Brüssel.

Mehrere Impfstoffhersteller haben bereits Lieferverzögerungen angekündigt. Die EU-Kommission will nun bei einem geheimen Krisentreffen Lösungen finden, um die Produktion anzukurbeln.

Brüssel - Offenbar plant die EU-Kommission ein Krisentreffen mit Herstellern von Corona-Impfstoffen. Das soll Business Insider aus EU-Kreisen erfahren haben. Auf Anfrage habe eine Sprecherin der EU-Kommission dies bestätigt. Bei zwei Terminen will die EU-Kommission mit Impfstoffproduzenten darüber sprechen, wie die Herstellung der Vakzine in Europa beschleunigt werden kann.

„Unsere Idee ist es, diese Konzerne und Firmen zusammenzubringen, um die Prozesse in der Impfstoffproduktion entlang der kompletten Warenkette zu beschleunigen“, zitiert Business Insider die Sprecherin, „von den Rohmaterialien bis zur Abfüllung.“

Sowohl der Impfstoffprozess* als auch die Zulieferung sollen Themen der Krisengespräche sein. Die Treffen sollen von Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton organisiert werden. Wer konkret teilnehmen soll und wann die Treffen stattfinden, teilte die Sprecherin Business Insider nicht mit.

Der ohnehin große Mangel an Impfstoff hat sich durch das Aussetzen der Impfungen mit AstraZeneca nun noch verschärft. Allein in Baden-Württemberg fallen durch den Stopp von AstraZeneca* im Schnitt täglich rund 15.000 Impfungen weg, wie das dortige Gesundheitsministerium erklärte.

Coronavirus-Impfung: Lieferverzögerungen bei mehreren Herstellern

Zuvor hatten mehrere Hersteller Lieferschwierigkeiten angekündigt. AstraZeneca hatte am Freitag angekündigt, statt der zuletzt anvisierten 220 Millionen Dosen nur noch 100 Millionen bis zur Jahresmitte an die EU-Staaten zu liefern. Der britisch-schwedische Pharmakonzern hatte die Lieferengpässe unter anderem mit den Exportbeschränkungen anderer Länder begründet.

Auch beim US-Hersteller Johnson&Johnson* könnte es zu Problemen bei der Lieferung in die EU kommen. Ob die von der EU-Kommission erwarteten 55 Millionen Impfdosen im zweiten Quartal eingehalten werden können, ist aufgrund von Exportbeschränkungen der USA bislang unklar. „Da die EU noch keine eigenen Abfüll- und Verschließ-Anlagen hat, sind wir von Exporten aus den USA abhängig“, sagte der SPD-Europaabgeordnete Tiemo Wölken am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Damit drohen einmal mehr Verzögerungen in der Impfstoff-Versorgung.“

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