„Tote Hosen“-Star: „Schlag in Magengrube“

Medien-Schelte: Campino zeigt sich genervt von Berichterstattung bei Asyl und Zuwanderung

+
Campino hat eine klare Meinung zur Integrations-Debatte.

Der Sänger der „Toten Hosen“ meldete sich nun in einem Interview ungewohnt politisch zu Wort - mit klarer Kritik an den Medien in Deutschland.

  • Campino hat ein ziemlich politisches Interview gegeben.
  • Der „Tote Hosen“-Sänger äußerte sich dabei zur Integrations-Debatte.
  • Der Musiker erkennt eine Gefahr bei der aktuellen Berichterstattung über das Thema.

Berlin/Düsseldorf - Erst stärkt er Greta Thunberg und den Klima-Aktivisten den Rücken - mit einem flammenden Appell. Jetzt findet Campino nicht weniger deutliche Worte beim Thema Zuwanderung. Der Tote-Hosen-Sänger hält die Integration von Zuwanderern für gelungener als oft dargestellt. „Man weiß zum Beispiel, dass jede Straftat, die nicht von einem Deutschen begangen wurde, von Populisten sofort benutzt wird, um eine ganze Volksgruppe zu stigmatisieren“, sagte der 57 Jahre alte Musiker aus Düsseldorf der Welt am Sonntag

„Das ist für jeden, der sich für Integration einsetzt, immer wie ein Schlag in die Magengrube. Was mich an den Zuwanderungsdebatten in Deutschland stört, ist, dass Migranten und Flüchtlinge inzwischen fast ausschließlich negativ gesehen werden: Als ob sie für alle Probleme stehen.“

Campino über Flüchtlinge: Es werde nur negativ darüber berichtet

Dass viele der mehr als eine Million Flüchtlinge und Migranten, die 2015 gekommen seien, erfolgreich integriert und in Ausbildung und Beruf gebracht worden seien, sei keine Schlagzeile wert. „Die Probleme der Migration und auch bei der Integration von Flüchtlingen sind ja oft und klar benannt worden. Da muss sicher auch künftig vieles verbessert werden. Weil aber ständig nur negativ darüber berichtet wird, entsteht der Eindruck, dass Deutschland als Ganzes überfordert und überlastet ist“, sagte der Sänger.

Campino betonte, dass für ihn Religionsfreiheit und Toleranz zu den wichtigen Werten gehörten. „Wenn es zu antisemitischen Übergriffen oder Gewalttaten kommt, ganz gleich, ob sie von Rechtsextremen oder von Islamisten begangen werden, muss man einen ganz klaren Riegel davorschieben.“

„Die Toten Hosen“: Ist bald Schluss? Campino grübelt

Campino ist als Sänger der Düsseldorfer Band Die Toten Hosen bekannt geworden. Die Fans der Band waren zuletzt aber beunruhigt - denn das Ende der Toten Hosen ist womöglich absehbar: „Der Begriff ‚Bis zum bitteren Ende‘ wird natürlich mit der Zeit immer gruseliger. Aber wir sind Realisten. Das Ende muss jetzt nicht mehr in unendlicher Ferne sein“, sagte der 57-Jährige im Oktober der Augsburger Allgemeinen

Und fuhr fort: „Verglichen mit einem Fußballspiel befinden wir uns jetzt vielleicht schon in der 82. Minute“, erklärte der bekennende Fußball-Fan. „Wir führen aber 3:1 - wir können uns also ganz ruhig den Ball hin und her schieben“, so Campino.

Mehr zum Thema im Video: Campino denkt über Ende der Toten Hosen nach

Der EKD-Vorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hat nach eigenen Angaben Morddrohungen erhalten, weil sich die Evangelische Kirche in der Seenotrettung für Flüchtlinge engagieren will.

dpa/frs

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Wann schafft die EU die Zeitumstellung ab? Welche Zeit bleibt?
Wann schafft die EU die Zeitumstellung ab? Welche Zeit bleibt?
Kitas und Schulen doch schneller wieder komplett öffnen?
Kitas und Schulen doch schneller wieder komplett öffnen?
Corona-Krise: Politiker stellen Impfstoff-Forderung - und blitzen bei der Pharmaindustrie gnadenlos ab
Corona-Krise: Politiker stellen Impfstoff-Forderung - und blitzen bei der Pharmaindustrie gnadenlos ab
Berlin und Paris werben für EU-Aufbauplan
Berlin und Paris werben für EU-Aufbauplan

Kommentare