Rückzug nach Kabul

Bundeswehr plant 2016 Abzug aus Nordafghanistan

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Bundeswehrsoldaten bei einer Mission nahe Kundus Distrikt von Char Darreh.

Brüssel - Die Bundeswehr wird sich Anfang 2016 nach zwölf Jahren aus dem umkämpften Nordafghanistan zurückziehen und ihren Einsatz am Hindukusch auf Kabul beschränken.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die Bundeswehr möglichst Anfang 2016 aus dem umkämpften Nordafghanistan abziehen. „Ich hielte es für sinnvoll, dass wir (...) im Norden bis Anfang 2016 blieben“, sagte sie am Donnerstag bei einem Nato-Treffen in Brüssel. Wann die Bundeswehr Afghanistan ganz verlassen wird, ließ die CDU-Politikerin aber offen. „Das ist jetzt überhaupt nicht das Thema.“

Die Nato hat ihren Kampfeinsatz in Afghanistan vor einem halben Jahr offiziell beendet und ist jetzt vor allem noch zur Ausbildung und Beratung im Land. Die Bundeswehr leitet die neue Mission im Norden des Landes. In den nächsten Monaten will das Bündnis seine Kräfte in der Hauptstadt Kabul konzentrieren.

Bisher war damit gerechnet worden, dass der Rückzug aus der Fläche noch früher als Anfang 2016 erfolgt. Das genaue Datum will die Nato im Herbst festlegen. Von der Leyen hat in der Vergangenheit mehrfach vor einem überstürzten Abzug gewarnt. „Wir haben verabredet, dass wir sehr behutsam und mit Augenmaß immer wieder die Lage betrachten“, sagte sie in Brüssel.

Die Lage in Nordafghanistan hat sich seit dem Ende des Kampfeinsatzes allerdings nicht verbessert. Im Gegenteil: Zuletzt eroberten die radikalislamischen Taliban vorübergehend den Distrikt Char Darah in der Provinz Kundus zurück, in dem in den vergangenen Jahren zahlreiche Bundeswehr-Soldaten in Gefechten und bei Anschlägen getötet wurden.

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr begann Anfang 2002. Ende Oktober 2003 wurden die ersten deutschen Soldaten ins nordafghanische Kundus geschickt, später wurden weitere Feldlager in Masar-i-Scharif und Feisabad eröffnet.

Heute sind noch 698 deutsche Soldaten in Masar-i-Scharif. Alle anderen Stützpunkte hat die Bundeswehr aufgegeben. 110 deutsche Soldaten sind in Kabul.

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