Bundestagspräsident

Lammert klagt über Sittenverfall in Deutschland

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Norbert Lammert.

Berlin - Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat einen Verfall der Umgangsformen in Deutschland beklagt.

Die Freiheit der Meinungsäußerung sei kein Freifahrtschein für Beschimpfungen und verbale Verletzungen, sagte Lammert der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Donnerstag. Er nannte es "fatal", dass staatsanwaltliche Ermittlungen nach Pöbeleien gegen Politiker oder andere Menschen des öffentlichen Lebens meist folgenlos blieben. Am Ende seien dann "die Opfer entmutigt und die Pöbler ermutigt".

Lammert kritisierte, vor allem in den sozialen Netzwerken scheine jede Hemmschwelle gefallen zu sein. Häufiger als früher würden Pöbler dort sogar Namen und Adresse nennen, offenkundig in der Annahme, ihr "abstoßender Wettbewerb" werde allgemein akzeptiert. Früher habe es eine Selbstdisziplinierung gegeben nach dem Motto "Das gehört sich nicht". Diese Kategorie scheine jedoch zunehmend abhanden zu kommen. Lammert sieht in diesem Problem eine Herausforderung an die gesamte Gesellschaft. Durch den Gesetzgeber allein sei das Problem nicht zu lösen.

AFP

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