Bericht:

Union und SPD wollen Gauck zu zweiter Amtszeit bewegen

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Die Amtszeit von Bundepräsident Joachim Gauck würde im März 2017 enden. Union und SPD versuchen Gauck einem Medienbericht zufolge jedoch zu einer zweiten Amtszeit zu bewegen.

Berlin - Spitzenpolitiker der Regierungsparteien versuchen einem Medienbericht zufolge zurzeit in vertraulichen Gesprächen, Bundespräsident Joachim Gauck zu einer zweiten Amtszeit zu bewegen.

Dabei werde auch eine "italienische Lösung" besprochen, also ein möglicher Rückzug nach der Hälfte der Amtszeit, meldet die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung auf Koalitionskreise.

In mehreren Gesprächen sollen führende Unions- und SPD-Politiker Joachim Gauck demnach gebeten haben, in der Bundesversammlung am 12. Februar 2017 noch einmal anzutreten. Sie hätten dabei betont, dass niemand von ihm verlange, bereits mit dem Plan eines vorzeitigen Amtsverzichts ins Rennen zu gehen. Man habe dem 76-Jährigen aber versichert, dass er nicht dafür kritisiert würde, wenn er im Laufe seiner zweiten Amtszeit feststelle, dass seine Kräfte doch nicht ausreichten.

Gaucks Amtszeit endet im März 2017. Er hatte zuletzt erklärt, er werde seine Entscheidung über eine zweite Amtszeit noch vor der parlamentarischen Sommerpause bekanntgeben. In Italien hatte der 87-jährige Präsident Giorgio Napolitano 2013 noch einmal kandidiert, nachdem sich die Parteien nicht auf einen Nachfolger einigen konnten. Knapp zwei Jahre später trat er zurück.

Joachim Gauck - vom Bürgerrechtler zum Bundespräsidenten

joachim gauck, bürgerrechtler, ddr, bundespräsident, rücktritt
Joachim Gauck wurde am 24. Januar in Rostock als Sohn eines Seemanns geboren. Er studierte Theologie, heiratete 1959 seine Freundin Gerhild, mit der er vier Kinder bekommt. Er wird Pastor und gehört zu den Mitbegründern der Bürgerbewegung "Neues Forum" in der DDR (Bild, 1989). © dpa
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1990: Gauck wird Abgeordneter der frei gewählten Volkskammer für das "Neue Forum". Gauck leitet den „Sonderausschuss zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit/Amt für Nationale Sicherheit“. 1991 wird er „Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR“. © dpa
Joachim Gauck wird im Jahr 2000 für die Qualität seiner politischen Rhetorik mit dem Dolf-Sternberger-Preis ausgezeichnet. 
Joachim Gauck wird im Jahr 2000 für die Qualität seiner politischen Rhetorik mit dem Dolf-Sternberger-Preis ausgezeichnet.  © dpa
Ebenfalls im Jahr 2000: Die Journalistin Daniela Schadt (li.) wird Gaucks neue Lebenspartnerin. Seit 1991 lebt er von seiner Frau getrennt.
Ebenfalls im Jahr 2000: Die Journalistin Daniela Schadt (li.) wird Gaucks neue Lebenspartnerin. Seit 1991 lebt er von seiner Frau getrennt. © dpa
joachim gauck, bürgerrechtler, ddr, bundespräsident, rücktritt
Nach dem Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler (CDU, li.) nominieren SPD und Grüne Gauck als Kandidaten für das Bundespräsidentenamt. Im dritten Wahlgang unterliegt er dem CDU-Politiker Christian Wulff. © dpa
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Am Ziel: Nach Christian Wulffs Rücktritt wird Gauck als überparteilicher Kandidat am 18. März 2012 im ersten Wahlgang zum Bundespräsidenten gewählt. © dpa
Noch 2012 besucht der Theologe Gauck Papst Benedikt XVI im Vatikan.
Noch 2012 besucht der Theologe Gauck Papst Benedikt XVI im Vatikan. © dpa
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Bittere Pleite: 2012 verliert der FC Bayern das Champions-League-Finale in der heimischen Arena. Gauck will trösten. Doch Bastian Schweinsteiger "verweigert" den Handschlag. Später entschuldigt sich der Fußballer. © dpa
Hoher Besuch: 2015 kommt Queen Elizabeth II. nach Berlin. Gauck empfängt das britische Staatsoberhaupt.
Hoher Besuch: 2015 kommt Queen Elizabeth II. nach Berlin. Gauck empfängt das britische Staatsoberhaupt. © dpa
Am 6. Juni 2016 erklärt Gauck, für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung zu stehen.
Am 6. Juni 2016 erklärt Gauck, für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung zu stehen. © dpa

dpa

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