Athen begrüßt Gaucks Vorstoß für Kriegs-Wiedergutmachung

+
In dem mittelgriechischen Ort Distomo hatten deutsche Besatzer 1944 ein Massaker mit 218 Opfern verübt. Foto: Archiv

Athen (dpa) - Die griechische Parlamentspräsidentin Zoe Konstantopoulou hat den Vorstoß von Bundespräsident Joachim Gauck, über eine Wiedergutmachung für deutsche Kriegsverbrechen in Griechenland nachzudenken, begrüßt.

Dies sei eine "Erklärung von historischer Bedeutung". Damit werde zugegeben, dass es notwendig sei, die Aussichten auf Wiedergutmachungszahlungen an Griechenland zu untersuchen, teilte die Parlamentspräsidentin mit.

Der stellvertretende griechische Finanzminister Dimitris Mardas hatte Anfang April die Forderungen seines Landes mit 278,7 Milliarden Euro beziffert.

Gauck hatte in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, es sei "richtig, wenn ein geschichtsbewusstes Land wie unseres auslotet, welche Möglichkeiten von Wiedergutmachung es geben könnte". Bei einem Griechenland-Besuch im vergangenen Frühjahr hatte Gauck Unbehagen über den bisherigen Umgang mit deutschen Kriegsverbrechen in Griechenland erkennen lassen. Jetzt sagte er: "Wir sind ja nicht nur die, die wir heute sind, sondern auch die Nachfahren derer, die im Zweiten Weltkrieg eine Spur der Verwüstung in Europa gelegt haben - unter anderem in Griechenland".

Mehr zum Thema

Kommentare

Meistgelesen

Frau des Attentäters von London: „Bin geschockt“
Frau des Attentäters von London: „Bin geschockt“
Experte: Darum ist AfD am Aufwind der CDU beteiligt
Experte: Darum ist AfD am Aufwind der CDU beteiligt
Wahlsiegerin Kramp-Karrenbauer: „Martin Schulz ist zu schlagen“
Wahlsiegerin Kramp-Karrenbauer: „Martin Schulz ist zu schlagen“
Dieser Abgeordnete wird als Held von London gefeiert
Dieser Abgeordnete wird als Held von London gefeiert
Landtagswahl 2017 in Nordrhein-Westfalen: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Landtagswahl 2017 in Nordrhein-Westfalen: Die wichtigsten Fragen und Antworten