Jüdische Wettkämpfe in Berlin

Antisemitische Beleidigungen am Rande der Makkabi-Spiele

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Ein Zuschauer bei den Makkabi-Spielen in Berlin.

Berlin - Im Zusammenhang mit den jüdischen Makkabi-Sportwettkämpfen in Berlin, die heuer erstmals in Deutschland stattfinden, hat es antisemitische Zwischenfälle gegeben.

Zwei Männer, die als Sicherheitsmitarbeiter für die Sportveranstaltung eingesetzt waren, wurden am Freitag vor ihrem Hotel im Stadtteil Neukölln antisemitisch beleidigt, wie die Polizei mitteilte. Polizisten hätten umgehend einen staatenlosen 28-Jährigen als Tatverdächtigen vorläufig festgenommen.

Am Freitagmorgen hätten zudem sechs junge Männer Anzeige erstattet, weil sie an einem S-Bahnhof - ebenfalls in dem von vielen Migranten bewohnten Stadtteil Neukölln - offenbar aus antisemitischer Motivation angegriffen worden seien, wie die Polizei weiter mitteilte.

Die sechs Männer seien "vom äußeren Erscheinungsbild offensichtlich dem jüdischen Glauben zugehörig", hieß es in einer Erklärung. Unbekannte hätten sie mit einem Gegenstand beworfen. Der Staatsschutz beim Landeskriminalamt habe die Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung und Beleidigung übernommen.

Noch bis zum 5. August messen sich die mehr als 2000 Teilnehmer der European Maccabi Games in insgesamt 19 Disziplinen in Berlin miteinander. Viele Wettbewerbe finden im Berliner Olympiapark statt, der für die Olympischen Spiele des Jahres 1936 errichtet worden war. Damals waren jüdische Sportler von den Nazis größtenteils an der Teilnahme an den Spielen gehindert worden.

afp

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