Schwere Menschenrechtsverletzungen

Amnesty warnt vor Verfolgung von Flüchtlingen aus Mossul

Berlin - Amnesty International hat vor schweren Menschenrechtsverletzungen gegen Flüchtlinge aus der nordirakischen Stadt Mossul gewarnt.

Tausende Zivilisten, die bereits aus Gebieten unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) fliehen konnten, seien Opfer von Folter, willkürlicher Inhaftierung, Verschwindenlassen und außergerichtlichen Hinrichtungen geworden, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation.

Der Bericht basiert nach Angaben von Amnesty auf Gesprächen mit mehr als 470 ehemaligen Gefangenen, Augenzeugen sowie Verwandten von Personen, die inhaftiert oder getötet wurden. Auch Beamte, Aktivisten, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen sowie andere Beteiligte wurden interviewt.

„Nachdem sie den Schrecken des Krieges und der Tyrannei des IS entkommen sind, drohen sunnitischen Arabern im Irak brutale Vergeltungsschläge durch (vornehmlich schiitische) Milizen und Regierungstruppen. Sie werden für die Verbrechen des IS bestraft“, sagte Philip Luther, Experte für die Region Naher Osten und Nordafrika bei Amnesty International.

„Im Kampf um Mossul müssen die irakischen Behörden sicherstellen, dass solche schweren Menschenrechtsverstöße verhindert werden. Die Staaten, die den Militäreinsatz gegen den IS im Irak unterstützen, müssen zeigen, dass sie solche Verstöße nicht länger dulden“, sagte Luther.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Kommentare

Meistgelesen

Experte: Darum ist AfD am Aufwind der CDU beteiligt
Experte: Darum ist AfD am Aufwind der CDU beteiligt
100 Prozent der Stimmen: Martin Schulz ist neuer SPD-Chef
100 Prozent der Stimmen: Martin Schulz ist neuer SPD-Chef
Wahlsiegerin Kramp-Karrenbauer: „Martin Schulz ist zu schlagen“
Wahlsiegerin Kramp-Karrenbauer: „Martin Schulz ist zu schlagen“
Dieser Abgeordnete wird als Held von London gefeiert
Dieser Abgeordnete wird als Held von London gefeiert
Razzien in London und Birmingham: Polizei nimmt Verdächtige fest
Razzien in London und Birmingham: Polizei nimmt Verdächtige fest