Kripo ermittelt

Zwei Menschen sterben bei Hochhausbrand

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In der Nähe von Karlsruhe sind bei einem Brand in einem Hochhaus zwei Menschen ums Leben gekommen.

Rauchmelder schlagen an, Flammen lodern, die Feuerwehr rückt mit Drehleitern an. Den nächtlichen Alptraum eines jeden Hochhausbewohners erleben Menschen bei Karlsruhe. Für zwei Menschen kommt jede Hilfe zu spät.

Stutensee – Ein schwarzes Loch inmitten der einst hellen Fassade des Hochhauses zeigt, wo die Flammen gewütet haben. In den Wohnungen und auf den Fluren müssen sich am frühen Dienstagmorgen in der Stadt bei Karlsruhe dramatische Szenen abgespielt haben. „Ich habe es brennen und knacken gehört“, sagt eine junge Frau wenige Stunden später. Sie steht an einer Straße, auf der erschöpfte Feuerwehrleute langsam ihre Ausrüstung zusammenpacken. „Ich stehe komplett unter Schock.“ Sie wohnt direkt unter dem Brandherd.

Die Szene in dem Wohngebiet in Stutensee mit einer Mischung aus Reihen- und Mietshäusern unterschiedlicher Größe wirkt im Sonnenschein bedrückend. Nachbarn schauen sich um und erkundigen sich. Viele haben den Alarm mitten in der Nacht zumindest gehört. In der Luft liegen noch Reste von Rauchgeruch. Während des Feuers brach zusätzlich noch ein Wasserrohr im Haus.

Die junge Frau vom Straßenrand hat geweint. Erst sei sie noch in den Keller gerannt, um die Transportkörbe für ihre Katzen zu holen, berichtet sie. Der Wasserschaden sei ihr erstmal egal. Hauptsache, sie alle seien heil herausgekommen. Ihr Partner berichtet von Onkel, Tante und Cousine. Sie hätten sich im Schlafzimmer ihrer Wohnung im Stockwerk über dem Feuer im dichten Rauch mit nassen Tüchern vor dem Mund auf den Fußboden gelegt und hilflos auf Rettung gehofft. Schließlich seien Feuerwehrleute gekommen.

Bilder: Zwei Tote und elf Verletzte bei Brand in Hochhaus

Eine andere junge Frau, die mit ihrem zweieinhalb Jahre alten Jungen auf der Bordsteinkante sitzt, wirkt gefasst. Auch sie musste ihre Wohnung Hals über Kopf verlassen. Sie verbrachte mit Nachbarn einige Stunden in einer Sporthalle. „Ich habe den Rauchmelder piepsen gehört und meinen Sohn geweckt“, sagt sie. Dann sei sie zur Wohnung ihrer Eltern gelaufen. „Wir sind alle raus. Es ist traurig und schockierend.“

Die traurige Bilanz des Feuers, dessen Ursache am Dienstagvormittag noch nicht bekannt ist, sind zwei tote und mehrere verletzte Menschen. Die Leichen einer 65 Jahre alten Frau und ihres 68 Jahre alten Bruders finden Feuerwehrleute im Flur vor der Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen sein muss. Alle Hintergründe sind unklar.

„Sehr schwierig“ nennt der Sprecher der Feuerwehren im Kreis Karlsruhe, Werner Rüssel, den Einsatz. Die Zahl der Stockwerke, die Lage des Brandortes im Haus, die Zahl der betroffenen Menschen und die nächtliche Uhrzeit seien ungünstig gewesen. Die schwarze Rußfahne an der Fassade macht das Problem deutlich: Wie in einem Kamin steigen Hitze, Rauch und Flammen nach oben. Um möglichst wenige Türen öffnen zu müssen und das Feuer nicht durch Luftzufuhr anzufachen, sei man über Drehleitern zu den Balkonen und dann in die Wohnungen vorgedrungen.

Menschen werden bei der Rettungsaktion ebenfalls über Leitern und durch das Treppenhaus in Sicherheit gebracht. „Wir haben es relativ schnell in den Griff bekommen“, berichtet Rüssel. Und: Im Gegensatz zu manch anderem Einsatz waren die Zufahrtswege und die Feuerwehrzufahrten am Hochhaus frei und nicht zugeparkt.

dpa

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