Horrorhaus von Bosseborn

Zeugin im Mordprozess Höxter: Behörde wusste von Problemen

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Der Angeklagte Wilfried W. im Landgericht in Paderborn.

Das Ordnungsamt von Höxter war nach Aussage einer Zeugin über Probleme im sogenannten Horrorhaus von Bosseborn informiert.

Paderborn - Sie habe die Behörde im April 2016 angerufen und um eine Einschätzung gebeten, sagte die Schiedsfrau am Dienstag vor dem Landgericht Paderborn aus. Ermittlungen zu dem Fall waren am 22. April 2016 nach dem Tod eines Opfers ins Rollen gekommen.

Die Angeklagte Angelika W. habe sich erst telefonisch und dann per Schreiben an sie gewandt, berichtete die Zeugin, die als Schiedsfrau für einen Nachbarort von Bosseborn zuständig war. Angelika W. schilderte in ihrem Brief, der im Gericht in Auszügen vorgelesen wurde, detailliert Körperverletzungen und sexuelle Misshandlungen in dem Haus.

Schiedsfrau: „Ich habe mich allein gelassen gefühlt“

Das Ordnungsamt habe ihr erklärt, Angelika W. müsse sich an den für Bosseborn zuständigen Schiedsmann wenden, sagte die Zeugin aus. „Man kann sich den Schiedsmann nicht aussuchen“, habe man ihr gesagt. Die Angeklagte habe sich aber nicht an den Bosseborner Schiedsmann wenden wollen, weil sie früher schon Probleme mit ihm gehabt habe. „Ich habe mich allein gelassen gefühlt“, sagte die 54-jährige Schiedsfrau. Heute werfe sie sich vor, nicht die Polizei gerufen zu haben.

Wilfried W. und Angelika W. sollen über Jahre hinweg mehrere Frauen in das Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Der 47-Jährige und die 48-Jährige sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien.

dpa

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