Gewaltsame Proteste

Zahl der Toten in Nicaragua auf mindestens 34 gestiegen

In Nicaragua ist die Zahl der Toten nach dem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Regierungsgegner auf mindestens 34 gestiegen.

Managua - Diese für eine Woche geltende Zahl nannte das Nicaraguanische Zentrum für Menschenrechte (CENIDH) am Mittwoch. In der staatlichen Leichenhalle der Hauptstadt Managua seien weitere Tote gefunden worden, außerdem seien Menschen ihren Verletzungen erlegen, hieß es. Die Behörden hatten zuletzt am Freitag Opferzahlen vorgelegt. Darin war von zehn Toten die Rede, darunter ein Mitglied der Polizei.

Die Proteste gegen die Regierung hatten sich in der vergangenen Woche an geplanten Rentenmaßnahmen entzündet, die der Staatschef Daniel Ortega am Sonntag jedoch zurücknahm. Das Projekt sah eine Steigerung der Beiträge von Unternehmern und Beschäftigten bei gleichzeitiger Kürzung der Renten um fünf Prozent vor. Damit sollte das Defizit in Nicaraguas Sozialsystem verringert werden.

Der Unmut der Menschen richtete sich auch gegen den autoritären Regierungsstil Ortegas und seiner Ehefrau, die Vizepräsidentin Rosario Murillo. Die Demonstrationen mit zehntausenden Teilnehmern waren die bislang heftigsten Proteste in Ortegas Amtszeit. Der Politiker der Nationalen Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN) und ehemalige Guerillakämpfer regiert das zentralamerikanische Land seit elf Jahren.

Ortega gelang es zuletzt, die Protestbewegung durch Zugeständnisse zu besänftigen. Dazu gehörte die Freilassung festgenommener Demonstranten, die Aufhebung von Zensurmaßnahmen gegen unabhängige Medien und ein Aufruf zum Dialog.

Das deutsche Auswärtige Amt rät derzeit dringend von Reisen nach Nicaragua ab.

afp

Rubriklistenbild: © AFP / RODRIGO ARANGUA

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