Vorschlag schlägt hohe Wellen

Pädagogin will, dass Eltern ihre Babys vor dem Wickeln um Erlaubnis bitten

+
Der Vorschlag von Deanne Carson sorgte für ironische und aggressive Reaktionen im Netz.

Eltern sollen ihre Babys um Erlaubnis bitten, bevor sie die Windeln wechseln? Hinter der zunächst absurden Forderung steckt ein ernstes Thema. 

Auf dem Sender ABC News wurde ein Interview mit der australischen Sexualpädagogin Deanne Carson ausgestrahlt. Eine Forderung Carsons sorgte für Aufsehen und Empörung im Netz. Sie empfahl Eltern, ihre Kinder vor dem Wickeln um Erlaubnis zu fragen: „Ich werde jetzt deine Windeln wechseln. Ist das in Ordnung?“ 

Dabei ist es Carson durchaus bewusst, dass kein Baby darauf mit „Ja, Mama, da wäre toll“ antworten wird. Ihr geht es um etwas anderes: Durch die Frage, den Augenkontakt und die Körpersprache der Mutter bzw. des Vaters solle dem Baby signalisiert werden, dass es eine Kontrolle über den eigenen Körper hat und bestimmen darf, wer es anfasst. 

Der Hintergrund: Deanne Carson arbeitet für die Organisation „Body Safety Australia“, die sich gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern einsetzt. Schon Kleinkindern will die Organisation einen selbstbewussten Umgang mit dem eigenen Körper vermitteln, außerdem sollen Eltern und Lehrer sensibilisiert werden. Es gehe darum, eine „Kultur der Zustimmung“ zu etablieren. 

Hier können Sie das Interview sehen: 

Doch viele Eltern rollen angesichts dieses Vorschlages mit den Augen. Eine Mutter schrieb beispielsweise auf Twitter: „Ich habe in 15 Jahren Tausende Windeln meiner sieben Kinder gewechselt und nicht ein einziges Mal hat ein Kind nicht ‚nein‘ gesagt, wenn ich fragte, ob man die Windel wechseln muss.“ Sie wirft der Pädagogin vor, keine Erfahrung zu haben. 

Spott, Beleidigungen, sogar Morddrohungen folgten

Es entwickelte sich ein regelrechter Shitstorm im Netz gegen Carson, die daraufhin ihre Social-Media-Kanäle deaktivierte. 

Bevor sie offline ging, verteidigte sie ihren Ratschlag auf Facebook aber noch: „Leider haben sich einige Menschen dafür entschieden, mich zu veralbern (oh nein, pinke Haare! Sie muss lesbisch sein!) und ebenso den Gedanken, Kleinkindern Autonomie über ihre Körper zu geben. Für diese Leute poste ich das. Eines von drei Mädchen und einer von sieben Jungen wird sexuell missbraucht, bevor sie 18 Jahre alt sind. Eines von zwölf Mädchen wird sexuell missbraucht, bevor es sechs wird. Die Arbeit, die wir mit Kindern, Lehrern und Eltern machen, ist ein internationales Erfolgsmodell zur Prävention von Missbrauch. Sie lehrt Kindern ihre Rechte und ihre Verantwortung und verbindet sie mit Menschen, die helfen können. (...) Trollt mich, wie ihr wollt (...), aber denkt daran, wenn ihr es tut, dass ihr damit die Stimmen der mutigen Überlebenden von sexuellem Missbrauch zunichte macht."

mag

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.


Es gelten die Datenschutzbestimmungen unserer Webseite.

Meistgelesen

DWD-Experte: Noch nie war der Oktober so spät so sommerlich

DWD-Experte: Noch nie war der Oktober so spät so sommerlich

Drama bei Familie von Sarah Connor: Hat Bushido Kontakt zu Clan-Anführer?

Drama bei Familie von Sarah Connor: Hat Bushido Kontakt zu Clan-Anführer?

„Kartoffelotto“ streitet sich mit der Polizei - 300 Kilo Erdäpfel und Böhmermann bringen Versöhnung

„Kartoffelotto“ streitet sich mit der Polizei - 300 Kilo Erdäpfel und Böhmermann bringen Versöhnung

Moorbrand auf dem Bundeswehrgelände im Emsland gelöscht 

Moorbrand auf dem Bundeswehrgelände im Emsland gelöscht 

Kölner Bus verunglückt im Tessin: Eine Tote

Kölner Bus verunglückt im Tessin: Eine Tote

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren