Vergewaltigungsvorwürfe

Weinstein-Skandal: Hollywood-Mogul verklagt eigene Firma

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Harvey Weinstein will von der "Weinstein Company" die Herausgabe seiner Personalakte und Zugang zu seinem E-Mailkonto erzwingen. Foto: Remy De La Mauviniere

Nächster Schritt im Weinstein-Skandal: Nach seinem Rausschmiss verklagt der Produzent nun seine eigene Firma, will seine Personalakte und E-Mails haben. Davon erhofft er sich Entlastung. Der Skandal weitet sich unterdessen immer mehr aus.

London/New York (dpa) - Nach dem Rausschmiss wegen eines Skandals um sexuelle Übergriffe hat der Hollywood-Produzent Harvey Weinstein die von ihm gegründete Filmfirma verklagt.

Weinstein wolle von der "Weinstein Company" die Herausgabe seiner Personalakte und Zugang zu seinem E-Mailkonto erzwingen, berichteten US-Medien am Freitag.

Der Produzent gehe davon aus, dass sich in seinen E-Mails entlastendes Material befinde, heißt es in der Klage. Die Filmfirma, die Weinstein einst mit seinem Bruder gegründet und die ihn nach Bekanntwerden der Vorwürfe Anfang Oktober gefeuert hatte, kommentierte die Klage zunächst nicht.

Nach ihren Vorwürfen gegen Weinstein trat die Schauspielerin Rose McGowan am Freitag erstmals wieder in der Öffentlichkeit auf. "Ich wurde 20 Jahre lang zum Stillschweigen gezwungen", sagte McGowan bei der "Women's Convention" in Detroit im US-Bundesstaat Michigan. "Ich wurde belästigt, ich wurde verleumdet. Und wisst Ihr was? Ich bin genau wie Ihr." McGowan hatte Weinstein vorgeworfen, sie vergewaltigt zu haben. Weinstein streitet das ab.

Unterdessen stolperte auch der Journalist Mark Halperin, der für NBC und MSNBC arbeitet, über Vorwürfe sexueller Belästigung, die aus seiner Zeit beim Sender ABC vor mehr als einem Jahrzehnt stammen. NBC entließ den Journalisten, Halperin entschuldigte sich.

Die britische Premierministerin Theresa May rief Frauen dazu auf, sexuelle Belästigung im Londoner Parlament zu melden. Nach einem Bericht der Zeitung "The Sun" warnen unter anderem wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Sekretärinnen in einer WhatsApp-Gruppe vor Kollegen und Vorgesetzten.

So sei ein Staatssekretär als "nicht sicher in Taxen" bezeichnet worden. In der Gruppe berichteten Frauen laut "Sun" auch, dass sie von Mitarbeitern der Parlamentarier in Fahrstühlen oder auf Partys begrapscht worden seien. Namen nannte die Zeitung aber nicht.

"Alle Vorwürfe werden ernst genommen", sagte ein Regierungssprecher. Die Premierministerin bitte alle Betroffenen darum, sich bei offiziellen Stellen zu melden. Man könne nicht reagieren, bevor die Fälle nicht gemeldet seien. Das Parlament richtete eine Hotline ein.

Dutzende Frauen, darunter Schauspielerinnen, haben in den vergangenen Wochen Hollywood-Filmmogul Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Die Polizei ermittelt. Der Skandal hat Tausende Frauen veranlasst, in sozialen Medien unter dem Motto "#Metoo" (Ich auch) über ihre Erfahrungen zu berichten.

Bericht von Variety

Bericht des Hollywood Reporter

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