Prozess

Wegen Bestechlichkeit angeklagter Berliner Polizist weist Vorwürfe zurück

Bestechlichkeit, Geheimnisverrat, versuchte Strafvereitelung: Wegen dieser Vorwürfe muss sich ein vom Dienst suspendierter Berliner Polizist vor Gericht verantworten.

Berlin - Ein vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen Bestechlichkeit angeklagter Polizist hat sich zum Prozessauftakt zurückhaltend geäußert. Der Hauptangeklagte Torsten F. stellte in einer von seinem Anwalt verlesenen kurzen Erklärung sein Verhalten als durch seinen dienstlichen Auftrag gedeckt dar. 

Der Verteidiger sagte anschließend vor Journalisten, sein Mandant weise die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück, darunter Bestechlichkeit, Geheimnisverrat und versuchte Strafvereitelung. Der vom Dienst suspendierte F. sprach in seiner Erklärung davon, im Rahmen seiner Ermittlungen in der Hehlerszene Händlern potenziell gestohlener Waren präventive Abfragen im Polizeiinformationssystem angeboten zu haben. Zudem räumte er die Bekanntschaft zu drei Mitangeklagten ein. 

Anwalt wirft Staatsanwaltschaft Gefährdung von Ermittlungstaktik vor

F.s Verteidiger kündigte eine weitere umfassende Erklärung im Prozessverlauf an. Er warf der Staatsanwaltschaft vor, durch ihr Vorgehen erfolgreiche Ermittlungstaktiken zu gefährden. 

Der 50-jährige F. soll der Anklage zufolge seit Frühjahr 2012 zweieinhalb Jahre lang in rund 270 Fällen unbefugt personenbezogene Daten abgefragt und weitergereicht haben. Zu den Empfängern gehörten der Anklage zufolge der Betreiber eines An- und Verkaufsgeschäfts, der Betreiber einer Tabledancebar und ein sogenannter Fahrzeugrückholer eines Inkassounternehmens. 

Gefälligkeiten eines Barbetreibers

Von dem Barbetreiber Levent Y. soll F. Gefälligkeiten erhalten haben, darunter sexuelle Dienstleistungen und Gratisgetränke in dessen Charlottenburger Etablissement. Y. war zur Verhandlung nicht anwesend, weil er seinem Verteidiger zufolge bereit ist, einen Strafbefehl über voraussichtlich 150 Tagessätze zu akzeptieren. Ein weiterer Mitangeklagter akzeptierte am Donnerstag im Gegenzug für ein Geständnis ebenfalls einen Strafbefehl.

AFP

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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