Großeinsatz der Rettungskräfte

Verheerender Brand: Hochhaus in Sao Paulo stürzt ein

+
Ein bennendes Hochhaus stürzt in Sao Paulo ein.

In der brasilianischen Millionenmetropole São Paulo ist ein 24-stöckiges Hochhaus nach einem heftigen Brand eingestürzt.

Sao Paulo - Ein brennendes Hochhaus ist in der Nacht zum Dienstag in der brasilianischen Millionenmetropole São Paulo eingestürzt. Laut Medienberichten kam mindestens ein Mensch ums Leben, vier weitere wurden vermisst. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit rund 160 Einsatzkräften und 57 Fahrzeugen am Brandort.

Das Feuer sei kurz nach 02.00 Uhr (07.00 MESZ) im fünften Stock vermutlich nach einer Gasexplosion ausgebrochen, berichtete der Sender Rádio Bandnews FM. Es gebe einen Toten, meldete der Sender unter Berufung auf die Feuerwehr. Die Feuerwehr selbst hatte kurz nach Ausbruch des Brandes getwittert, dass ein Mensch aus dem obersten Stock um Hilfe rief.

Brennendes Hochhaus stürzt in São Paulo ein

Das Portal Uol.com berichtete unter Berufung auf Bewohner von vier Vermissten. Es handele sich um ein mehr als 20-stöckigen ehemaliges Gebäude der Bundespolizei, in dem sich obdachlose Hausbesetzer einquartiert hätten. Von den rund 50 Familien sei aber die Mehrzahl außerhalb des Gebäudes gewesen. Vor dem Einsturz habe die Feuerwehr einige Bewohner mit Vergiftungen und Hautabschürfungen geborgen.

Brandherd liegt im Stadtzentrum

Ein benachbartes Gebäude fing Feuer, das gelöscht wurde. Eine Kirche wurde durch den Einsturz des Hochhauses größtenteils zerstört. Die 1908 von deutschen Einwanderern gebaute Martin-Luther-Kirche war die erste evangelisch-lutherische in São Paulo. Mehrere weitere Gebäude wurden evakuiert, drei Karrees zeitweilig abgesperrt. Der Brandherd liegt mitten im Zentrum der größten Stadt Südamerikas unweit des Platzes der Republik.

Der Brandherd liegt mitten im Zentrum der größten Stadt Südamerikas unweit des Platzes der Republik. Laut Bürgermeister Bruno Covas sind in São Paulo mehr als 100 Häuser besetzt. „Ich war gerade nach Haus gekommen, wollte baden, und die Nachbarin rief, das wir alle runter müssten“, sagte Victor Hinckel, Bewohner eines Nachbargebäudes, den Medien.

Der Gouverneur des Bundesstaates São Paulo, Márcio França, sprach von einer „angekündigten Tragödie“. „Dies ist ein Gebäude, dass nicht die geringsten Voraussetzungen der Bewohnbarkeit erfüllt“, sagte er. Covas sagte, die Stadt habe bereits zuvor mit der Zentralregierung als Hausbesitzerin über eine Räumung gesprochen. Auch Staatspräsident Michel Temer erschien am Dienstag am Unglücksort.

Bewohner: „Ich habe alles verloren“

Viele Bewohner wurden von dem Feuer aus dem Schlaf gerissen und flohen mit dem, was sie am Leibe trugen. „Ich habe Dokumente verloren, ich habe Kleidung verloren, ich habe alles verloren. Es war gerade Zeit, raus zu rennen und sonst nichts“, sagte die arbeitslose Marinalva Alves Lemos (45), die mit ihrem ebenfalls arbeitslosen Lebensgefährten in dem Gebäude hauste.

Zeugen berichteten, sie hätten einen lauten Knall gehört. „Es war wie eine Bombe“, sagte die Köchin Eva Vilma Sobero Pio (57), die in einem Nachbargebäude wohnte. „Ich hörte nur zerberstendes Glas und viele Schreie, viele Leute schrien, Kinder, ein Horror“, sagte sie den Medien.

Der Vorfall erinnert an die Brand-Katastrophe im Grenfell-Tower in London im vergangenen Juni.

afp/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Trotz Entschärfung: Darum ist die Fliegerbombe in Dresden explodiert

Trotz Entschärfung: Darum ist die Fliegerbombe in Dresden explodiert

30-Jähriger weigert sich zuhause auszuziehen - so urteilte ein Richter

30-Jähriger weigert sich zuhause auszuziehen - so urteilte ein Richter

Dieb (13) wird von Kaufhaus-Detektiv erwischt - dann passiert etwas Schreckliches

Dieb (13) wird von Kaufhaus-Detektiv erwischt - dann passiert etwas Schreckliches

Spektakuläre Aufnahmen! Tornado über Deutschland gefilmt

Spektakuläre Aufnahmen! Tornado über Deutschland gefilmt

Skandal! Schüler macht sich fast in die Hosen, aber Lehrerin lässt ihn nicht aufs Klo 

Skandal! Schüler macht sich fast in die Hosen, aber Lehrerin lässt ihn nicht aufs Klo 

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.