Urteile auf dem Prüfstand

Fall von vergewaltigter 14-Jähriger kommt erneut vor Gericht

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Der Bundesgerichtshof muss klären, ob die Urteile wegen der Vergewaltigung einer 14-Jährigen fehlerhaft waren. Foto: Uli Deck

Vier junge Männer vergehen sich im Beisein einer jungen Frau an einer 14-Jährigen. Die Tat wird gefilmt, die Beteiligten werden zum Teil zu Jugendstrafen auf Bewährung verurteilt. Doch der Fall ist noch nicht abgeschlossen.

Leipzig/Hamburg (dpa) - Der schwere sexuelle Missbrauch einer 14-Jährigen in Hamburg wird erneut ein Fall für das Landgericht der Hansestadt. Das entschied der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in Leipzig.

Die Richter am Landgericht werden zu prüfen haben, ob die beschuldigten vier jungen Männer und eine junge Frau sich durch Videoaufnahmen der Tat jugendpornografisches Material beschafft haben. Zudem müssen sie klären, ob die 14-Jährige auch zum Opfer einer Aussetzung wurde. Sie war nach der Tat in einem Hinterhof bei eisiger Kälte abgelegt worden.

Mit seiner Entscheidung folgte der BGH zum Teil der Revision der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Hamburger Landgerichts in dem Fall. Drei der Männer und die junge Frau waren zu Jugendstrafen zwischen einem und zwei Jahren verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Der vierte Angeklagte erhielt eine vierjährige Freiheitsstrafe. Die Revisionen von drei der Angeklagten verwarf der BGH.

Bundesanwalt Hartmut Schneider nannte in der mündlichen Verhandlung vor dem BGH das Urteil der Hamburger Richter zu milde. "Schuldschwere und Strafzumessung müssen zusammenpassen", sagte er. Dies sei im vorliegenden Fall jedoch nicht gegeben. Die Beschuldigten hätten ihr Opfer schwer geschunden, dadurch sei ihre Verrohung offenbar geworden. "Es besteht eine außerordentlich hohe Schuld der Tatbeteiligten", erklärte Schneider und fügte hinzu: "Wer so handelt, zeigt, dass er ein hohes Erziehungsbedürfnis hat."

Deshalb solle das Urteil aufgehoben und an das Landgericht Hamburg zurückverwiesen werden. Zudem mahnte Schneider die Prüfung des Tatbestands des Beschaffens jugendpornografischen Materials an.

Die Anwältin des Opfers hatte während der Verhandlung in Leipzig erklärt, ihre Mandantin wünsche sich zwar, dass ihre Peiniger härtere Strafen erhielten. Zugleich habe sie aber auch geäußert, keinen neue Verhandlung zu wollen. Sie fürchte sich vor der damit verbundenen Berichterstattung in den Medien.

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