Gesegnete Teufelsaustreiber

Vatikan erkennt Exorzistenorganisation an

Rom - Sie befreien nach eigenen Angaben "Besessene" vom "Satan". Jetzt hat die Internationale Vereinigung der Exorzisten (AIE) dafür auch den Segen des Papstes.

Der Vatikan hat der Gruppe von rund 250 Priestern, die in 30 Ländern Teufelsaustreibungen vornehmen, seinen Segen gegeben, teilte die Kleruskongregation am Donnerstag mit. Die Praktiken und Statuten der AIE sind nun gebilligt.

Deren Leiter, Francesco Bamonte, zeigte sich in der Vatikan-Zeitung "L'Osservatore Romano" erfreut über die päpstliche Anerkennung: "Das ist ein Grund zur Freunde für die ganze Kirche. Exorzismus ist eine Form der Nächstenliebe, die den Leidenden hilft."

Die erste Vereinigung der Teufelsaustreiber wurde von Gabriele Amorth in Italien gegründet. Amorth war 30 Jahre lang der Chefexorzist des Vatikan und beschrieb intensive Sitzungen, in denen "Besessene" geschrien, Gott gelästert und Glasscherben gespuckt haben sollen. 1991 gründete er zunächst eine Exorzistenvereinigung in Italien. Es folgten Treffen mit Priestern aus anderen Ländern, schließlich entstand die AIE.

Papst als Teufelsaustreiber?

Papst Franziskus hat mehrfach erklärt, es sei notwendig, den "Satan" und "Dämonen" zu bekämpfen. Im vergangenen Jahr entstanden dramatische Fotos, auf denen er selbst einem Jungen in einem Rollstuhl die Hand auf den Kopf legt und dieser bei der Berührung zusammensinkt. Der Vatikan dementierte aber umgehend, dass es sich dabei um einen Exorzismus handelte.

Das Neue Testament setzt voraus, das es Dämonen tatsächlich gibt. Kritiker des Exorzismus halten "Besessenheit" jedoch für eine Form der psychischen Erkrankung, für deren Heilung Geistliche nicht die Kompetenz besitzen. Offizielle Position der katholischen Kirche ist es hingegen, einen Exorzismus erst dann zuzulassen, wenn medizinische Hilfe zu keinem Ergebnis führt. Ein Priester soll bei "Besessenheit", wie sie auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannt ist, helfen, wenn ein Arzt mit seinem Latein am Ende ist. Tatsächlich benennt selbst der von der Weltgesundheitsorganisation herausgegebene, international zur Klassifikation von Krankheiten gebräuchliche ICD-10-Cluster (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) im Bereich der sogenannten "dissoziativen Störungen" die Möglichkeit von "Trance- und Besessenheitszuständen".

AFP/hn

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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