Nach Zyklon-Katastrophe

Vanuatu beklagt schlechte Kooperation vor Ort

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Der Südpazifikstaat Vanuatu ist völlig zerstört.

Port Vila - Die Regierung des durch den Zyklon "Pam" verwüsteten Pazifikstaats Vanuatu hat eine mangelnde Kooperationsbereitschaft der Hilfsorganisationen vor Ort beklagt.

Zyklon wütet im Südpazifik - Bilder der Verwüstung

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Jede Organisation arbeite für sich alleine, dadurch gehe wertvolle Zeit verloren, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Katastrophenkomitees, Benjamin Shing, am späten Mittwochabend (Ortszeit). Agrarminister David Tosul sagte, Vanuatu könnten binnen weniger Tage die Lebensmittel ausgehen.

Shing dankte den Hilfsorganisationen für ihren Einsatz. Er beklagte allerdings, dass viele von ihnen nach eigenen Regeln arbeiteten und nicht mit der Regierung kooperierten. "Ich entschuldige mich, aber das sind die Fakten", sagte er in der Hauptstadt Port Vila. "Wir haben die ersten drei Tage damit verbracht, eine gewisse Koordinierung zu erreichen." Dadurch sei wertvolle Zeit verloren gegangen, die sinnvoller hätte genutzt werden können.

Der Leiter der Hilfsorganisation Oxfam in Port Vila, Colin Collett van Rooyen, wies dies zurück. Seine Organisation habe immer mit der Regierung zusammengearbeitet und werde das auch weiterhin tun, sagte er. Das UN-Büro für die Koordinierung der humanitären Hilfe (OCHA), mahnte, es sei absolut notwendig, mit dem örtlichen Gesundheitsministerium zusammenzuarbeiten.

Die Organisationen haben in Vanuatu, das aus dutzenden Inseln besteht, vor allem logistische Probleme. Am Mittwoch erreichten Hilfsorganisationen erstmals die schwer verwüstete Insel Tanna. Mangels Landebahnen und Tiefwasserhäfen blieben dagegen viele Inseln für die Helfer unerreichbar. Nach Angaben von Oxfam-Vertreter van Rooyen waren die Helfer am Donnerstag damit beschäftigt, die Gegenden mit dem größten Bedarf an Hilfe zu bestimmen, um dorthin rasch Hilfe zu entsenden.

Landwirtschaftsminister Tosul sagte, das Land benötige dringend Reis, Kekse, Samen und proteinhaltige Konservennahrung. Obst- und Gemüsepflanzen seien zerstört worden. "Unsere Agrarexperten gehen davon aus, dass die Menschen in Vanuatu in weniger als einer Woche keine Nahrung mehr haben werden", sagte Tosul.

"Pam" hatte den Inselstaat in der Nacht zum Samstag schwer getroffen. Die Sturmböen erreichten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde. Der Zyklon wütete vor allem auf den südlichen Inseln Tanna, Erromango und Efate. Weniger berührt wurden nach UN-Angaben die ebenfalls im Süden gelegenen Inseln Anatom, Aniwa und Futuna.

Über die Zahl der Todesopfer herrscht noch immer Ungewissheit. OCHA hatte zunächst von 44 Toten gesprochen, die Zahl aber später auf 24 und zuletzt auf elf korrigiert. Shing sagte nun, es gebe nur sieben Zyklon-Opfer. Zwar gebe es fünf bestätigte Tote in Tanna und sechs in Port Vila - aber nur sieben dieser elf Menschen seien wegen des Wirbelsturms ums Leben gekommen, die anderen vier hätten sich bereits in Krankenhäusern befunden und seien aus anderen Gründen gestorben.

AFP

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