50 000 US-Dollar Belohnung

Mordvideo auf Facebook: Fieberhafte Suche nach Verdächtigem

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Ein Mann soll das Video eines selbst verübten Mords live auf Facebook veröffentlicht haben. Foto: Tobias Hase

Wo ist Steve Stephens? Amerika jagt den mutmaßlichen Todesschützen von Cleveland. Er soll wahllos einen Rentner erschossen haben und ein Video der Tat auf Facebook veröffentlicht haben - das Land ist erschüttert.

Cleveland (dpa) - Er suchte sein Opfer offensichtlich willkürlich aus, stellte ein Video der Tat online und tauchte anschließend ab: Nach der kaltblütigen Ermordung eines Rentners in Cleveland fahnden die Sicherheitsbehörden in den USA landesweit nach dem mutmaßlichen Täter.

Auf Hinweise, die zur Festnahme des 37-jährigen Steve Stephens führen, setzte die Polizei eine Belohnung von 50 000 US-Dollar (rund 47 100 Euro) aus. Man lasse nichts unversucht, um ihn zu finden, sagte Clevelands Polizeichef Calvin Williams.

Stephens soll am Sonntag einen 74 -jährigen Rentner getötet und ein Video der Tat bei Facebook veröffentlicht haben. Über das Motiv herrschte Rätselraten. Es scheint, als habe er sein Opfer auf der Straße nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und kaltblütig erschossen.

Der alte Mann befand sich nach Angaben der Polizei auf dem Heimweg von einem Osteressen mit seinen Kindern, als sich der Mord ereignete. Medienberichten zufolge fuhr Stephens rechts an den Straßenrand und forderte den Rentner auf, den Namen Joy Lane auszusprechen. "Joy Lane?", sagte dieser daraufhin fragend. "Ja, sie ist der Grund für das, was Dir jetzt zustößt", antwortete der mutmaßliche Täter. Er fragte sein Opfer noch nach seinem Alter. Dann drückte er ab.

Eine Frau mit dem Namen Joy Lane erklärte gegenüber dem Sender CBS, sie habe mit dem Verdächtigen über mehrere Jahre eine Beziehung gehabt. Es tue ihr leid, was passiert sei, schrieb sie in einer Kurzmitteilung an den Sender. "Steve ist wirklich ein netter Kerl. (...) Er war freundlich und liebenswürdig zu mir und meinen Kindern." Nach Angaben von Polizeichef Williams befand sich die Frau in Sicherheit.

Die Mutter des Verdächtigen sagte CNN, er sei "wütend auf seine Freundin" gewesen und habe deshalb auf Menschen geschossen. Sie habe am Sonntag mit ihrem Sohn gesprochen. Sie könne nicht glauben, was passiert sei.

Die Sicherheitsbehörden gingen etlichen Hinweisen nach. Mehrere Schulen im benachbarten Bundesstaat Pennsylvania wurden am Montag vorübergehend geschlossen, nachdem der Verdächtigen dort gesehen sein worden soll. Nach Darstellung der Polizei gab es aber keine Erkenntnisse, dass er sich tatsächlich dort aufhielt.

Die Polizei machte unmissverständlich deutlich, dass sie bereit sei, den Flüchtigen zu erschießen, sollte er sich nicht stellen. Diese Botschaft richtete Polizeichef Calvin Williams auch an Freunde und Verwandte des Mannes. "Wenn ihr im helfen wollt, dann tragt dazu bei, dass er sich stellt", betonte er. Das sei die einzige Möglichkeit für ihn, unversehrt zu bleiben. Williams richtete auch mehrere direkte Appelle an den Verdächtigen, sich zu stellen.

Das Video ist inzwischen bei Facebook gelöscht worden. Bei den Aufnahmen handelte es sich nicht wie zunächst vermutet um eine Liveübertragung der Bluttat.

Polizei Cleveland (englisch)

Polizei Cleveland auf Twitter (englisch)

Cleveland.com (englisch)

Polizei Cleveland zu Haftbefehl (englisch)

CBS Bericht (englisch)

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