So viele Drogenopfer wie nie

US-Behörde warnt vor Drogen-"Epidemie"

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Ein Mann "kocht" sich auf einem Löffel die Dosis für einen Schuss Heroin. Von Januar bis August 2017 gab es in den USA so viele Drogentote wie nie zuvor. Foto: Boris Roessler

Seit einigen Jahren kämpfen die USA mit einer Opioid-Krise, die nach einem aktuellen Bericht der DEA verheerend ist. Präsident Donald Trump erwägt den nationalen Notstand auszurufen.

Washington - Die US-Drogenbehörde DEA hat vor einem gravierenden Anstieg des Drogenkonsums in den Vereinigten Staaten gewarnt. Die Zahl der Drogentode sei so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen, hieß es in einem von der DEA veröffentlichten Bericht. Die USA kämpfen seit einigen Jahren mit einer verheerenden Opioid-Krise. Seit 2011 stürben jährlich mehr Menschen an Drogen als an Verkehrsunfällen, Suiziden oder Morden.

Viele Abhängige sind über verschreibungspflichtige Schmerzmittel wie Oxycodon in die Heroin-Sucht gerutscht. Eine Studie aus dem Jahr 2015 kam zu dem Ergebnis, dass 80 Prozent über opioidhaltige Medikamente den Einstieg in die Heroin-Sucht fanden. US-Präsident Donald Trump will das Problem in dieser Woche angehen. Es wird damit gerechnet, dass er die Epidemie zur nationalen Katastrophe erklärt. Mit diesem Schritt können leichter Hilfsgelder fließen.

Die DEA nannte in ihrem Bericht keine Zahlen für das aktuelle Jahr. Die letzten Angaben stammen aus 2015. In dem Jahr starben demnach 52 404 Menschen an einer Drogen-Überdosis. Im Vergleich dazu gab es den Angaben zufolge 44 193 Suizide, 37 757 Verkehrstote und 17 793 Morde.

Von den über 50 000 Drogentoten waren rund 20 000 an einer Überdosis eines verschreibungspflichtigen Opioids gestorben, bei rund 12 900 war es Heroin.

Vor allem die fortwährende Präsenz der mexikanischen Kartelle habe zu der Drogenepidemie geführt, erklärte die DEA. So stellten vor allem aus Mexiko in die USA geschmuggelte Drogen eine große und weiter steigende Gefahr dar und seien die hauptsächliche Quelle für Drogendealer in den USA. „Es war nie wichtiger, alle Mittel gegen diese Epidemie einzusetzen. Wir müssen in unserem Kampf gegen den Drogenmissbrauch unerschütterlich bleiben“, heißt es in dem Bericht.

Informationen der DEA

dpa

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