90 Millionen Strafe drohen

TV-Prozess: Urteil gegen Südkoreas Ex-Präsidentin wird live übertragen

Das Urteil im Korruptionsprozess gegen Südkoreas frühere Präsidentin Park Geun Hye soll live im Fernsehen zu sehen sein.

Angesichts des großen Interesses der Öffentlichkeit solle der für kommenden Freitag erwartete Richterspruch live übertragen werden, entschied das zentrale Bezirksgericht in Seoul am Dienstag. Die Live-Übertragung bedeutet eine Premiere für das Justizwesen in Südkorea. Möglich wurde dies, nachdem das Oberste Gericht des Landes im vergangenen Jahr eine entsprechende Änderung der Strafprozessordnung veranlasste.

Ex-Präsidentin Park boykottiert das Gerichtsverfahren seit vergangenem Herbst, und es wurde nicht damit gerechnet, dass sie am Freitag zur Urteilsverkündung vor Gericht erscheinen würde. Sie wirft dem Gericht Parteilichkeit vor.

90 Millionen Euro Geldstrafe

Park drohen 30 Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 118,5 Milliarden Won (knapp 90 Millionen Euro). Die heute 66-Jährige soll zusammen mit ihrer langjährigen Vertrauten Choi Soon Sil von drei südkoreanischen Konzernen - Samsung, Lotte und SK - Bestechungsgelder in Höhe von umgerechnet rund 45 Millionen Euro erhalten oder zugesagt bekommen haben. Außerdem soll sie Firmen dazu gedrängt haben, zwei von Chi kontrollierten Stiftungen umgerechnet rund 59 Millionen Euro zu spenden.

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Park war im Dezember 2016 wegen des weitverzweigten Korruptionsskandals vom Parlament abgesetzt worden. Die Amtsenthebung wurde im März 2017 vom Verfassungsgericht bestätigt. Im Februar wurde Parks Vertraute Choi wegen der Korruptionsaffäre zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa / Lee Jin-Man

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