War es ein Ablenkungsmanöver?

Tote und Verletzte bei mehreren Bombenanschlägen in Kolumbien

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Bombenanschlag auf Polizeiwache in Kolumbien

In Kolumbien ließen Täter mehrere Bomben auf Polizeiwachen detonieren - sechs Polizisten starben, viele weitere sind verletzt.

Barranquilla/San Lorenzo - Bei einer Reihe von Bombenanschlägen auf Polizeiwachen in Kolumbien und Ecuador sind etliche Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden. Fünf Beamte wurden getötet, als mutmaßliche Drogenhändler in der kolumbianischen Hafenstadt Barranquilla am Samstag einen Sprengsatz vor einer Wache detonieren ließen. 41 weitere Polizisten wurden verletzt, wie die Behörden mitteilten. Präsident Juan Manuel Santos schickte 1500 zusätzliche Polizisten in die Stadt an der Karibikküste, wo in zwei Wochen eine der größten Karnevalsfeiern Lateinamerikas beginnt.

Möglicherweise Ablenkungsmanöver

Bürgermeister Alejandro Char vermutete Drogenbanden hinter dem Anschlag. Die Polizei hatte in den vergangenen Woche hart gegen die Gangs durchgegriffen. Ein Verdächtiger wurde festgenommen. Möglicherweise handelte es sich bei dem Bombenanschlag aber auch um ein Ablenkungsmanöver: Unbekannte überfielen fast zeitgleich einen Geldtransporter in Barranquilla. Dabei wurde ein Sicherheitsmann getötet und ein weiterer verletzt.

Auch die ehemalige Guerillaorganisation Farc verurteilte den Anschlag. „Unsere Solidarität gilt den Familien der getöteten Polizisten“, sagte der frühere Rebellenkommandeur Rodrigo Londoño, der sich bei der Präsidentenwahl im Mai um das höchste Staatsamt bewerben will.

Weitere Anschläge mit zwei Toten

Bei einem Sprengstoffanschlag auf eine Polizeiwache im Dorf Santa Rosa del Sur im Departement Bolívar wurden zwei Beamte getötet. In der Region sind die Guerillaorganisation ELN und kriminelle Banden aktiv. In der Gemeinde Soledad nahe Barranquilla wurden bei einem weiteren Bombenanschlag fünf Polizisten und ein Zivilist verletzt.

Auch im Nachbarland Ecuador verübten Unbekannte einen Anschlag auf eine Polizeiwache. 28 Menschen wurden leicht verletzt, als die Täter am Wochenende vor der Polizeistation in San Lorenzo nahe der Grenze zu Kolumbien ein mit Sprengstoff beladenes Auto explodieren ließen. Unter den Verletzten waren nach Angaben der Behörden vier Beamte. 37 Gebäude wurden bei dem Anschlag beschädigt.

Drogenhändler unter Verdacht

Präsident Lenín Moreno verhängte den Ausnahmezustand für die Region. Innenminister César Navas machte Drogenhändler für den Anschlag verantwortlich. Die Polizei war zuletzt hart gegen die Banden vorgegangen und hatte mehrere Rauschgiftlieferungen beschlagnahmt.

dpa

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