Er wollte den Mann noch aufhalten

Todesdrama auf Autobahnbrücke: Ersthelfer erzählt schockierende Details

Bischbrunn - Nach dem tödlichen Beziehungsdrama auf einer Autobahnbrücke in Bayern berichtet nun der Ersthelfer, was sich direkt nach dem Unfall auf der Haseltalbrücke abgespielt hat. 

Rückblick: Ein Mann war am Sonntagmorgen zunächst auf der Autobahn 3 bei Bischbrunn (Landkreis Main-Spessart) mit seinem Auto gegen die Leitplanke gefahren. Nach einem Wortgefecht mit dem Ersthelfer war er plötzlich von der Haseltalbrücke rund 70 Meter in den Tod gesprungen. Die Zeugen fanden schließlich die leblose Frau, die ersten Ermittlungen zufolge im Auto getötet worden war. 

Jetzt erzählt der Ersthelfer, was direkt nach dem Unfall geschehen ist

Robert H.* (48) war einer der Ersthelfer am Sonntagmorgen. Er erlebte das schreckliche Drama aus nächster Nähe. H.  leistete dem 31-jährigen mutmaßlichen Täter erste Hilfe, bevor dieser sich losriss und sich 70 Meter in die Tiefe stürzte. Sabine Dreher vom „Main Echo“ gelang es, mit dem mutigen Mann zu sprechen. 

Demnach ist Robert H. aus dem Südspessart an jenem Tag beruflich unterwegs. H. ist Baustellenkontrolleur, überprüft den Bauabschnitt. Ausgerechnet am Sonntag hat er seine Freundin dabei, will ihr seine Arbeit zeigen. Doch sann sieht Robert H. die Unfallstelle. 

Von dieser Brücke ist der BMW-Fahrer in den Tod gesprungen. 

Gegen 7 Uhr beginnt das Drama, als H. zwei Autos auf der Haseltalbrücke auffallen

Ein schwarzer BMW steht an der Mittelleitplanke entgegen der Fahrtrichtung. Nur wenige Meter daneben ein weißer Kombi. H. hält an. Als der 48-Jährige sein Auto geparkt hat, bemerkt er beim Aussteigen einen völlig aufgelösten Mann, der telefoniert. Er wiederholt die englischen Worte: „Knife, Knife“ (englisch für Messer).  Robert H. geht weiter und blickt in das Unfallauto. Das Blut gefriert ihm in den Adern, als er die tote Frau (26) mit den Wunden am Hals auf dem Beifahrersitz erblickt. Gegenüber dem „Main Echo“ sagt H.: „Es war offensichtlich, dass sie tot war.“ Dann erblickt H. den Mann auf dem Fahrersitz. Er bewegt sich zwar, röchelt und blutet aber so stark am Hals, dass H. zurück zu seinem Wagen läuft und ein Handtuch holt. Während er es auf die klaffende Wunde presst, wählt seine Freundin den Notruf. 

Bei dem Drama in Unterfranken starben zwei Menschen.

Der Mann riss sich los und stürmte auf das Brückengeländer zu

Es kommen weitere Autofahrer, die angehalten haben, zu dem schwarzen BMW. Einer hat ein Messer dabei, schneidet sofort den Gurt des Fahrers durch. Der Verletzte kommt zu Bewusststein, dreht seinen Kopf zur Beifahrerin. Dann passiert es: Der Fahrer steht auf, verlässt das Auto, blickt sich um und rennt los. Robert H. eilt hinterher, bekommt den Verletzten an der Leitplanke direkt vor der Brüstung zu fassen. „Da hat er sich umgedreht und um sich geschlagen“,erzählt H. Der Mann ruft „Lass mich los“, kann sich befreien und klettert auf das Brückengeländer. Robert H. packt erneut zu, doch da ist es zu spät. In seiner Hand hat er nur noch den Schuh des BMW-Fahrers, der sich vor seinen Augen 70 Meter in den Tod stürzt.


mk

*Name von der Redaktion geändert

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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