Nach Notlandung

Teile von beschädigtem A380-Triebwerk in Grönland geborgen

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Symbolbild

Nach der Notlandung eines Riesen-Airbus A380 in Kanada haben Experten Teile des beschädigten Triebwerks in Grönland geborgen.

Paris - Diese seien nun auf dem Weg nach Frankreich, teilte die französische Luftfahrt-Untersuchungsbehörde BEA am Freitag mit. Sie waren von einem Helikopter aus 150 Kilometer südöstlich der Stadt Paamiut an der Westküste Grönlands entdeckt worden. Sobald die Wetterbedingungen dies erlaubten, solle eine neue Mission weitere Teile einsammeln und noch fehlende Stücke suchen.

Eins der vier Triebwerke des Airbus war am vergangenen Samstag auf dem Weg von Paris nach Los Angeles über Grönland ausgefallen. Die Crew des Air-France-Flugs hatte daraufhin einen „Mayday“-Ruf abgesetzt und die Maschine mit 497 Passagieren und 24 Besatzungsmitgliedern sicher auf dem kleinen Flughafen Goose Bay in Neufundland gelandet.

Wie es zum Unfall kam

Der Notfall ereignete sich nach Angaben eines Air-France-Sprechers am Samstag über Grönland. „Es gab einen lauten Knall, das ganze Flugzeug vibrierte“, berichtete ein 59-Jähriger der „New York Times“. Dem kanadischen Sender CBC sagten Fluggäste, dass die Maschine daraufhin kurzzeitig abgesunken sei. „Ich habe ein paar Yoga-Übungen gemacht, und plötzlich fühlte es sich an, als wären wir in 35 000 Fuß Höhe mit einem Jeep zusammengestoßen“, erzählte Passagierin Pamela Adams. „Es klang nicht so sehr wie eine Explosion, sondern eher wie eine Triebwerkspanne.“ Air France machte zunächst keine genauen Angaben zur Art des Schadens.

Menschen hätten sich „mit weißen Knöcheln“ festgeklammert, erzählte Sarah Eamigh dem kanadischen Sender. Einige Fluggäste veröffentlichten Fotos und Videoaufnahmen des schwer beschädigten Triebwerks, das die komplette Abdeckung verloren hatte. „Es gab nicht die Panik, die ich erwartet hätte“, sagte Passagierin Adams. Um 17.42 Uhr deutscher Zeit landete die Maschine dann in Goose Bay. Passagiere berichteten, dass sie anschließend noch länger an Bord bleiben mussten.

Piloten und Kabinencrew seien „perfekt mit diesem schweren Zwischenfall umgegangen“, so Air France. Die Passagiere sollten am Sonntag mit zwei anderen Flugzeugen aus Goose Bay abreisen und mit Zwischenstopps nach Los Angeles gebracht werden.

Die doppelstöckige A380 ist das weltgrößte Passagierflugzeug. Im November 2010 war eine Maschine des Typs in Singapur notgelandet, als ein Triebwerk nach dem Start Feuer gefangen hatte und in der Luft teilweise explodiert war. Der Fehler lag im Triebwerk - viele Fluggesellschaften ließen die Triebwerke ihrer A380 daraufhin nachrüsten oder auswechseln. Bei Air France ist ein anderer Triebwerkstyp im Einsatz als bei dem damaligen Vorfall.

dpa

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