Zusammenstöße eskalieren

Nach Gewalt zwischen Buddhisten und Muslimen: Beliebtes Urlaubsparadies verhängt Ausnahmezustand

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Die Gewalt zwischen Buddhisten und Muslimen in Sri Lanka eskalierte in den vergangenen Tagen.

Nach gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Buddhisten und Muslimen mit zwei Toten hat Sri Lankas Regierung einen landesweiten Ausnahmezustand verhängt.

Der Schritt sei am Dienstag nötig geworden, nachdem die Polizei die Gewalt in der Stadt Kandy im bergigen Hochland des Inselstaats nicht habe eindämmen können, erklärte die Regierung. Bislang nahm die Polizei im Zusammenhang mit den Ausschreitungen nach eigenen Angaben zwei dutzend Verdächtige fest.

Mehr als hundert Gebäude und Geschäfte wurden nach Regierungsangaben bislang in Kandy in Brand gesteckt. Es würden "alle denkbaren Maßnahmen" zum Schutz der Menschen und besonders von Muslimen ergriffen, sagte Regierungschef Ranil Wickremesinghe am Dienstag vor dem Parlament. Das Parlament entschuldigte sich bei der muslimischen Minderheit für die Gewaltakte.

Nach Angaben von Stadtplanungsminister Rauf Hakeem konzentrierten sich die Gewalttätigkeiten der buddhistischen Mehrheit der Singhalesen gegen die muslimische Minderheit bislang auf Kandy. Dort wurden am Dienstag schwer bewaffnete Polizisten eingesetzt. Mit dem Ausnahmezustand wolle die Regierung eine Ausweitung der Gewalt verhindern, sagte er.

Präsident Maithripala Sirisena sagte, mit den Maßnahmen werde die "ungenügende Sicherheitslage" wiederhergestellt. Zudem gab er bekannt, dass die Regierung Ermittlungen über mögliches Polizeiversagen veranlasst habe.

Derweil wurde am Dienstag ein 24-jähriger muslimischer Mann aus einem niedergebrannten Gebäude geborgen. Die Gewalt war am Montag eskaliert, nachdem ein buddhistischer Einwohner Verletzungen erlegen war, die ihm muslimische Angreifer zugefügt hatten.

Es ist das erste Mal seit dem Jahr 2011, dass die Regierung den Ausnahmezustand ausruft. Dieser gibt den Behörden etwa die Möglichkeit, Verdächtige lange Zeit festzunehmen. Kandy ist ein bei Touristen beliebtes Reiseziel.

Neben der Türkei hat etwa auch Äthiopien aktuell den Ausnahmezustand verhängt.

afp

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